Die alte Eiche  ( ein Sinnbild – aus der alten Heimat)


Denk ich an die Kindertage,
steht ein Baum vor meinen Augen
und er weckt die stumme Frage,
wozu uns’re Träume taugen.

 

Einsam steht die alte Eiche
Über Armut, Angst und Not,
reckt wie mahnend hoch die Zweige
in ein düst’res Abendrot.

 

Siebenhundert lange Winter
hielt sie allen Stürmen stand,
dann zerbrach ihr Nähr -und Wehrbau
in dem großen Weltenbrand.

Doch der Baum ist nicht gestorben.
Wie ein Bitten um den Segen
Strecken neue junge Äste
Sich dem Morgenrot entgegen.

Noch ist Hoffnung, unzerstörbar.
Aus der Heimat, neugeboren
Kommt ihr Ruf - unüberhörbar:
Nur wer aufgibt, ist verloren!