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Alt-Rehse, d. 21.4.05
Zu den
Äußerungen Schlingensiefs und anderer auf die Rede des
Bundespräsidenten Köhler.
(Doch bleibt es
aktuell, wohin man auch blickt!)
Es ist kein
Wunder, daß die mahnenden Worte des Bundespräsidenten anläßlich des
Schiller-Gedenkens zur Kultur in unserem Vaterland sogleich von
Schlingensief und Genossen begeifert werden; traf er sie und ihre
kultur-ideologischen Verrenkungen zwar zurückhaltend, doch
unmittelbar. Wie kann es
jemand – und sei es auch der höchste Repräsentant unseres Staates –
wagen, die sich gottähnlich gebärdende theatralische Traumtänzerei
dieser Kulturchaoterie zu kritisieren. Wo nur angemahnt
wurde, von der Werktreue nicht ins Triviale – ich sage: nicht bis in
stumpfsinnig-morbide Perversitäten abzugleiten, jaulen die
selbsternannten Theatergötzen laut auf und packen, um ja auch eine
politische Basis zu finden, sogleich Sätze aus anderen Reden mit an.
Und da macht es sich zugleich so schön politisch, daß man
provozierend und denunzierend (hierzulande heißt es noch immer:“
Das größte Schwein im ganzen Land das ist der Denunziant“) dem
Bundespräsidenten anhängt, er könne keine eigenen Reden schreiben. „Getroffene
Hunde bellen“, weiß der Volksmund seit langem; aber Vorsicht,
mitunter haben sie Tollwut! |
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Denn was diese
zugleich arroganten wie haltlosen Wirrköpfe uns seit längerer Zeit
anzubieten wagen, ließ Kishon schon zu Lebzeiten fast verzweifeln.
Jetzt muß er sich im Grabe umdrehen. Wagner unter
Schlingensief: eine Kakophonie primitiv-dümmlicher Verballhornungen,
vergleichbar nur der Vorstellung mehrerer nackter alter Weiber an
Nähmaschinen in einer Rostocker Kirche oder dem preisgekrönten,
verdreckten Lotterbett einer Hure in London. Kommt auch
dergleichen mitunter aus kokainumnebelten Gehirnen? Ähnlich – und
weil es modern scheinen will - die abartige Nabucco-Inszenierung in
der Deutschen Oper in Westberlin vor gähnender Leere; wohlgemerkt,
nicht der Staatsoper Unter den Linden. Obwohl uns dort zu DDR-Zeiten
Frau Ruth Berghaus auch schon ihre eigenartigen Vorstellungen von
Regie am Beispiel des einst bei der Uraufführung von den Studenten
als Revolutionsoper verstandenen „Freischütz“ dann zu
muffig-verstaubter Klamotte aufdrängen wollte. Da werden wir
wohl bald von Schlingensief und Genossen die „Minna von Barnhelm“
halbnackt auf der Herbert-Straße erleben! Anna Netrebko wurde ja
schon von dieser Kulturverdummung gefragt, ob sie wohl nackt singen
würde! Nun könnte man
ja anhand des Publikumsdesinteresses auf die Wirkung solcher
geistlosen Verrenkungen schließen, wenn da nicht noch immer eine
selbstgefällige, übersättigte Schickeria die Gunst der vom Volke
subventionierten Preise nutzen und Nabelschau betreiben würde.
Ich hatte diese
Sorte schon als Student Unter den Linden oder bei Felsenstein
erlebt, wenn sie – mit zierlich abgespreizten Fingern preisgünstige
Kaviarbrötchen mampfend und dazu Rotkäppchen- Sekt schlürfend –
hochgeistige Gespräche über etwas führten, was gar nicht zu sehen
gewesen war. Des Kaisers neue Kleider ließen und lassen grüßen! Und nun wagt es
ein Bundespräsident im Namen der übergroßen Mehrheit zu bedenken,
daß es wohl nicht im Sinne der Klassiker sei, verkürzend,
provozierend oder entstellend deren Werke zu verunglimpfen. Wie wäre es
denn, frage ich mich, wenn Kunst wieder nach Brot ginge, daß auch
der gemeine Mann sie verstünde und die Damen und Herren Kulturgötter
wie weiland die Neuberin „mit dem Thespis-Karren über Land ziehend“,
ihre Brötchen ohne die Steuermillionen verdienen, ja um beifälligen
Applaus erdienern müßten? Und wenn sie es
im eigenen Lande nicht packten, wie wäre es dann, wenn sie’s im
Auslande versuchten? Vielleicht mit ihrem Nabucco in Verona, oder
mit Aida im Schnürkorsett? Doch da würde man sie wohl angesichts der
dort noch unverdorbenen Achtung vor der Nationalkultur mit Schimpf
und Schande oder schlimmer davonjagen. Aber nein! Sie
sind ja diejenigen, die den Stein der Kulturweisen in der Tasche
tragen und an uns tumben Deutschen vorbei, den Revolutionär in
Schiller auf ihre Art begreiflich machen wollen. Und in Deutschland
darf man sogar in den Augen dieser Schimären alles. Wie hatte
Theodor Storm geweissagt:
„Es gibt eine
Sorte im Deutschen Volk, die wollen zum Volk nicht gehören. Sie sind nur
wie die Tropfen Gift, die uns im Blute schwären. Und weil der
noch lebenskräftige Geist sie abzuschütteln trachtet, so hassen sie
nach Vermögen ihn und hätten ihn gern verachtet. Und was für
Zeichen am Himmel sind: Licht oder Wetterwolke, sie gehen mit
dem Pöbel zwar, doch niemals mit dem Volke.“
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Ja; doch es ist
hier nicht das früher abfällig „Pöbel“ geschimpfte „gemeine, das
einfache Volk“ gemeint, sondern gerade jene Sorte, die bei jeder
Gelegenheit pöbelnd und die traditionelle Kultur zerstörend –
meinethalben die Leitkultur, um mit Schöps, wenn nicht mit Merz zu
reden –, auf Bühnen sich im Schmutz ihrer mißratenen Phantasie
suhlend, einer winzigen Minderheit ihre „Moderne“ aufdrängt. Und Schiller? Der würde sie
mit der gleichen revolutionären Gewalt aus dem Theater fegen, mit
der er seine „Räuber“ geschrieben hatte.
„- - Daß das
Schöne vergeht, daß das Vollkommene stirbt. Auch ein Klaglied zu
sein im Munde der Geliebten, ist herrlich, denn das Gemeine geht
klanglos zum Orkus hinab.“
Ach, Schiller, wenn Du geahnt
hättest, daß das Gemeine nicht klanglos geht, sondern rülpsend und
sich wichtigtuerisch gebärdend, im selbstgefälligen Bewußtsein
seiner „einzig erkannten und alleinigen Wahrheit“ und unter
faschistoidem Gebaren seine hochbezahlten Sudeleien verbreitend,
sich mit allen Mitteln behaupten will, Du hättest wohl Storm laut
Beifall gespendet.
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"Was sollen wir tun? Zu spät! Die
Welt ist hypnotisiert, die Lemminge rennen auf das Ende zu, sie sind
nicht aufzuhalten. Was wollen wir auch retten? Was
denn? Was wollen wir bewahren? Unser Vaterland? Was ist das? Die
Erde? Der Acker? Die Städte? Die Fabriken? Die Banken? Die
Atommeiler? Die Supermärkte? Die Partei-Silos? Was ist des Deutschen Vaterland? Wo ist es hingekommen? Es war doch
einmal da, wo ist es nur geblieben? Was war es denn? Ach, meine verratenen Freunde, ich
glaube, es war unsere Seele. die ist es, die sie zerstört haben. Die glücklichen anderen, die noch
eine Seele haben dürfen. Wir nicht; denn Amerika hat keine. Wir
sollen lachen, wenn jemand von Seele spricht. Die neue Generation lebt bereits
ohne, jene Generation, die die Hände verächtlich in die Hosentaschen
stößt, wenn sie unsere Schritte auch nur von ferne hört. Sie haben
Grünewald und Caspar David Friedrich unter den Arm geklemmt, als
wären es bewahrenswerte Unterkiefer des Cro-Magnon-Menschen, ins
Mausoleum getragen und sagen: Seht, da hängt eure Scheiß-Seele. Sie
treiben Schindluder. Sie setzen einen Mülleimer auf Räder und nennen
es "Huldigung an Apoll", sie spritzen mit einer Pistole Farbe auf
die Leinwand und hängen sie in die
Museen, sie nageln einen Holzspan an die Wand und schreiben
"Selbstbildnis" darunter. Erinnern Sie sich, wie sich auf der
Biennale die Menschen davor drängten? Vergessen Sie es nicht: Das
ist das einst unglaubliche Märchen von des Kaisers neuen Kleidern!
Es ist Wirklichkeit geworden; die Wirklichkeit von Gehirnen, die
unheilbar krank sind. Sie nennen sich: abgenabelt, ohne bei dem Wort
zu erschrecken. Sie kennen nicht einmal Wehmut, jene Empfindung, die
so kostbar zusammengesetzt ist aus Freude und Trauer, Resignation
und unverlierbarer Erinnerung. Was sollen wir tun? Wird unser Atem nicht schon
schwer? Was sollen wir tun? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur eins: Verbannt alles
Mitleid mit jenen anderen."
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Soweit
Hans-Joachim Fernau zu diesem Thema.
So müssen wir
immer noch, immer wieder mit ansehen, daß Meinungsfreiheit in diesem
Land von einigen Vorlauten dazu mißbraucht wird, sich über alles –
Anstand, Moral, Verantwortung – zu erheben, daß sie unter Freiheit
verstehen alle Würde zu zerstören, unsere Dichter und Komponisten in
den Schmutz zu zerren und das dann noch als Kultur wichtigtuerisch
zu verkaufen. Sperrt ihnen die
Subventionen, zwingt sie, ihr Geld ehrlich und ohne Klüngel zu
verdienen, und sie werden klanglos zum Orkus hinabgehen. Wenn nicht,
schickt sie dort hin!
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Nordkurier
Alt-Rehse, d. 25.04.05
Redaktion
Zu der öffentlichen Anhörung Fischers vor dem Untersuchungsausschuß.
Es war eine doppelte Nullnummer. Wer
immer auf den Gedanken gekommen war, Vollmer und Fischer im
Fernsehen vorzuführen, er war entweder bemüht, den Herren Vollmer
und Fischer eine Tribüne zu schaffen oder, sofern er des Glaubens
war, diese Sprücheklopfer vorführen zu können, besaß er eine
gehörige Portion Arroganz. Erlebte man die beiden, dann fiel einem ein Wort von Heinrich v.
Kleist ein:“ Er ging herum, mit Worten wedelnd, mir fiel das
Sprichwort ein vom heißen Stein.“ Hier in Mecklenburg ist aber das Wort von der Katze und dem heißen
Brei geläufiger. Man sah und hörte zwei Schwätzer, die jede Gelegenheit wahrnahmen, vom
eigentlichen Thema weg und hin zu ihren Politparolen, oder wie
Fischer, zu Banalitäten überzuspringen. Das Elend, das über Jahre
durch Zwangsprostitution, Menschenhandel, an Sklaverei erinnernde
Zustände immer sichtbarer, immer größer geworden war, dessen
Ursachen die Fachleute vor Ort bestätigten, es wurde von diesen
neuen „Politischen Klassenkämpfern“ mit der Schaufel der
Freizügigkeit unter den Tisch gekehrt oder geleugnet. Dann kam der schon wiederholt kolportierte Schwachsinn von den
Ukrainern, die alle als vermeintliche Kriminelle hingestellt werden
sollten. Ja, was soll das denn heißen? Natürlich sind nicht alle Ukrainer
kriminell, sowenig, wie alle Deutschen keine Ausbildung zu Ende
brachten, Polizisten prügelten und vor arroganter Selbstdarstellung
kaum noch in den Anzug passen. Denke ich an deutsche Außenminister
in der Vergangenheit, an Stresemann oder zuletzt an Genscher, dann
waren die Schuhe, die Fischer sich anzog, viel zu groß. Früher übernahmen Minister die Verantwortung, wenn es in ihrem
Bereich zum Himmel stank, und sie gingen. Diesen, so fürchte ich, muß man auf einer Sänfte zur nächsten
größeren Aufgabe tragen, oder er bekommt, wie neuerdings etliche
seiner neuen „Partei der am Besten Verdienenden“, einen
höchstdotierten Aufsichtsratsposten.
Wohin gehst du, Deutschland, mit solchen Ministern?
Dr.
Wolfgang Köpp
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Eine dringend
gebotene Reaktion auf einen geklitterten,
das wichtige Thema
Geschichtsaufarbeitung verfehlenden Artikel in „Die
Zeit“. |
Sehr geehrte
Redaktion.
03.09.2005
Nach einigem
Zaudern und Überlegen – und erst, nachdem Freunde, Kenner des Dorfes
und seiner alten wie zugleich wechselvollen Geschichte, auch mein
Nachfolger im Amt mich auf diesen Artikel aufmerksam gemacht haben,
entschließe ich mich, darauf einzugehen. Vermutlich werden Sie, wie
auch die Freunde, meinen: was will er denn, er kommt doch eigentlich
ganz gut weg. Darum geht es
nicht.
Meine
anfänglichen, aus unterschiedlichsten und nicht immer erfreulichen
Begegnungen herrührenden Bedenken, mit mir unbekannten Journalisten
über das leidige Thema Alt-Rehse überhaupt noch zu sprechen und
Auskunft zu geben, haben sich, wie etliche Male zuvor, bestätigt. Mir hätte schon
auffallen müssen, daß diese Jana Simon nicht bereit war, mir den
Text, der nach ihrer Erklärung für ein Buch gedacht war, vorher zur
Kenntnis zu geben, um Fehler zu vermeiden. Eine Erfahrung, die ich
in 15 Jahren mit zahlreichen Schreibern gemacht hatte. Denn von
einem Zeitungsartikel war keine Rede gewesen; den hätte ich nur
unter der Bedingung unterstützt und freigegeben, wenn es die
normalste journalistische Sorgfaltspflicht, einen Interview-Text
vorher zur Kenntnis zu bringen, gegeben hätte. Schlimme Erfahrungen
mit Verdrehungen, Unterstellungen, Vertauschen von Personen und
Daten, Sensationsgier – kurz: Möchtegernschreiberei – hatte ich in
den zurückliegenden Jahren zur Genüge erlebt. Bild, Spiegel, WAZ,
Morgenpost, Taz, BZ und etliche andere, teils zweifelhafte oder
großmäulige Presseerzeugnisse hatten dazu hinreichend Anlaß gegeben.
Daß nun auch „Die Zeit“ gleichermaßen auftreten würde, nachdem noch
vor einigen Jahren ein sehr informativer, wahrheitsgerechter und vor
allem befindlicher Artikel von Frau Marlies Menge dort auf eine
kurze Notiz zusammengestrichen worden war, läßt nachdenken.
Vielleicht sollte man Frau Simon einmal Karl Kraus als
Pflichtlektüre zu lesen geben, bevor man sie an schwierige Themen
heranbringt.
Ich will die offensichtlichen Fehler, die im Artikel sogar das Befremden der
Besucher und Alt-Rehse-Kenner hervorriefen, nicht mehr im Einzelnen
aufzählen. Mich empören sie schon lange nicht mehr, obwohl ich immer
erneut versucht hatte, den Damen und Herren der Medienzunft zu
helfen und ihnen das umfangreiche, zugleich schwierige und
zwiespältige Material nahezubringen. Die schludrige Unsorgfalt, mit
der Fakten verdreht wurden, die Wiedergabe ungeprüfter Behauptungen,
ohne Roß und Reiter zu nennen, das „Etwas-in-den-Mund-legen“, das
alles kennen wir hier zur Genüge. Doch daß man ein
Thema derart primitiv und auf Dorfkabale runterschreibt, eine
Thematik auf Klatsch und Tratsch zusammenklittert, die für ein Buch
„Böse Orte – Stätten nationalsozialistischer Selbstdarstellung“
dienen soll, läßt Schlimmes für solche Art politisch-historischen
Journalismus – richtiger wohl: „Journaille-ismus“ befürchten.
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Nochmals: für keinen
Zeitungsartikel – auch nicht für „Die Zeit“ – hätte ich ein Interview
ungeprüft zugelassen. Bei dem vorgesehenen Buch schien mir angesichts
des Themas die Seriosität gesichert. Wenn aber die anderen Themen von
gleicher Güte sein sollten, dann wird es sich wohl zu Recht neben solche
Erzeugnisse zur Geschichte des NS-Staates wie „Das As in Stalins Ärmel“
gesellen. Jetzt wird jeder besser Informierte bei diesem Buch erkennen:“
Aha, hier stimmt es nicht, und dort ist etwas falsch“ und dann wohl
merken, was beinahe jedem von uns in der Schule mal passiert war, wenn
der Lehrer die Arbeit mit der Bemerkung zurückgab:“ Thema verfehlt“!
Was die Frage betrifft, auf die andere Jünger der schreibenden Zunft mich aufmerksam
gemacht hatten, daß nämlich die Jana Simon eine Enkelin der großen
Christa Wolf sei, so kann ich nur deren Meinung wiedergeben:“ Pastors
Töchter, Müllers Küh’ gedeihen selten oder nie“. Oder:“ Schuster, bleib
bei deinem Leisten“. Wobei der geeignete Leisten noch nicht zu erkennen
ist. Man kann, wie zu sehen war, unter Hinweis auf einen großen Namen
mitunter in der Zeitung einen Platz finden, und mir fällt dabei die Nähe
zur Simonie ein. Daß es zu mehr reicht, wird man durch eigene Leistung
unter Beweis stellen müssen. Dazu fehlt es aber in diesem traurigen Fall
noch an allen Enden. Und da man ja immer noch lernen kann, wie wäre es,
wenn Jana Simon hinsichtlich Sorgfalt, Befindlichkeit und Stil bei Frau
Vesper in die Lehre ginge! Und weil von Latein die Rede war, scheint mir
da ein Schultrauma der jungen Frau zu liegen; deshalb für sie zur
Erinnerung:“ Ut desint vires, tamen esse laudanda voluntas“.
Vielleicht sollte aber „Die Zeit“ doch zu diesem noch immer aktuellen, ja wie sich an der
Blamage der Dame „Ullala“ und deren selbstgefälligen Bundestags-Genossen
zu Alt-Rehse zeigt, brisanten Gebiet, Frau Marlies Menge heranziehen,
die hatte damals sowohl Kenntnis wie auch Courage und vor allem
Sorgfalt.
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Dr. Wolfgang Köpp
Haus München 38
17217
Alt-Rehse
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Brief an „Cicero“
29.10.2005
Zu den
Wortmeldungen und Artikeln, Schilys Vorgehen betreffend.
Sehr geehrte
Redaktion.
Die Einmütigkeit,
mit der alle Stimmen gegen „Schilys Vorgehen“ gedruckt
erscheinen, könnte erfreuen, so sie nicht verwundert.
Zeigt sich auch hier einmal mehr die „Pressefreiheit“, aus den Meinungen frei
auszuwählen? Warum kommt mir
bei etlichen Medienberichten, Stellungnahmen, hehren
Politikerworten nur der Karl Krauss in den Sinn, wo er
feststellt:“ Eher verzeiht einer die Gemeinheiten, die er
begangen, als die Wohltaten, die er empfangen hat“. Die Presse hat,
nicht aus sich heraus, denn sie war und ist eines der liebsten
Kinder des Totalitarismus, die Wohltat, in der Demokratie
überaus frei und zumeist ohne jede Kontrolle der Wahrhaftigkeit
zu agieren. Daß sie diese oft grenzenlose, mitunter fragwürdige
„Freiheit“ nicht so selten über Gebühr und durchaus aus
Selbstsucht mißbraucht, dazu bedarf es kaum besonderer
Beispiele. (Ich könnte Ihnen allein am Gegenstand meines Ortes
und zahlreicher Preßerzeugnisse aus den letzten 15 Jahren
hinreichend damit dienen). Man schaue sich
doch nur mal kritisch um im lebhaft raschelnden und raunenden
deutschen Blätterwald von Stern bis Spiegel, taz bis BZ,
Blöd-Zeitung bis zu anderen Boulevard-Zeitungen, ja neuerdings
sogar „Die Zeit“. Daß es „Cicero“
getroffen hatte, ausgerechnet jene Zeitschrift, auf die viele
bislang enttäuschte Lesehungrige lange gewartet hatten – und
dazu ausgerechnet von „Einem“ (?), der in seiner Amtsführung ein
Lichtblick der rot-grünen Koalition, sich zu Recht das Prädikat
verdient hat, einer der besten Innenminister gewesen zu sein,
ist ein ungutes Zusammentreffen, wiewohl von manchen
Zeitgenossen sicherlich erwünscht. Gewiß steht ein
jeder Minister – oder stand es einst, und Schily scheint heute
die rühmliche Ausnahme – für seinen Amtsbereich; aber kann er
immer dafür? Das ist wohl bei
Chefredakteuren anders. Ich war und bin
nicht sein Freund, wenn ich an seine Vergangenheit denke. Doch
da gab es in dem abgetretenen Kabinett weitaus Schlimmeres.
Daß er nun, gewiß
überempfindlich reagierend, sich vor seine – in dem sich
anbahnenden, multikulturell instrumentierten Terrorismus-Chaos –
nicht immer erfolgreich und glücklich agierende Mannschaft
schützend stellt, ehrt ihn! Das taten unsere
Mütter und tun es noch heute, wenn wir beim Nachbarn mal aus
Versehen die Scheiben eingeschmissen hatten oder
ungerechtfertigt angegriffen wurden. (Notfalls bekamen wir
danach die Dresche im stillen Kämmerlein). Etwas, das übrigens
einer zukünftigen Regierung dringend zu empfehlen wäre! Daß sich aber
ausgerechnet „Cicero“ dazu versteigt, eine Hetzjagd zu
unterhalten, Stimmen seiner Leserschaft schön einmütig und in
Reihung noch dazu – zuerst die „Neue Politische Klasse“, danach
plebs misera – darzubieten und sich so selbst seligzusprechen,
enttäuscht. Besonders dann,
wenn man eine Claudia Roth mit heuchlerischen Sätzen liest,
wie:“ Angriff auf unsere Verfassung; Angriff auf das, was unser
Land und unsere Demokratie stark macht.“ Unsere? Bei der
Dame Roth, deren triefend-dümmliche Scheinheiligkeit, deren
ganze Öffentlichkeit ein einziger Angriff auf unsere noch
wehrhafte, noch stabile Demokratie ist – und nicht erst seit
jenem 1. Juli 1990, an dem sie in Frankfurt für: „Nie wieder
Deutschland“ demonstrierte! Und ob der
zitierte Habermas der geeignete Abdichter für „Risse in der
Freiheitskultur“ ist, wagen immer mehr Nachdenkende seit
längerer Zeit zu bezweifeln. Es steht auch
nicht sonderlich gut zu Gesicht, wenn – erneut unter dem
einhüllenden, ja schützenden Mantel der Pressefreiheit – nun ein
nahezu rufmörderischer Feldzug aller Medien gestartet wird und
sich sogar jene auf einer Schanze zusammenfinden, die sonst kaum
aus einem Brunnen trinken und von weiten Teilen der Lesenden
nicht einmal zusammen gedacht werden können. Ich bin überzeugt,
daß die erfreuliche Zunahme der Leser um über 10 % nicht aus der
Schily-Affäre kommt. Das wäre kurzsichtig gedacht und würde über
kurz oder lang das bestaunte Niveau verblassen lassen.
Hier hatte eine Behörde mit Sicherheit übers Ziel hinausgeschossen. Es nun aber
ausarten zu lassen zu einer Demontage eines Mannes, der zwar
auch nicht ganz ohne die Eitelkeiten eines Fischer oder Schröder
war, aber ansonsten eine Arbeit geleistet hat, die bei
Nachfolgern gleich welcher Couleur die Frage entstehen läßt, ob
sie in seine großen Schuhe passen werden, ist bestenfalls
fragwürdig, mitunter infam.
Meutegeschrei klingt nicht gut, da hätte „Cicero“ sich zurückziehen sollen und
– um bei Jagdhunden zu bleiben – seine Nachsuche allein
bestreiten sollen; vom Anschuß bis zum erlegten Stück. Im Geheul
der Meute hört man zu viele falsche Töne!
Auch und gerade die Presse muß mehr als bisher bereit und fähig sein, Kritik zu
erfahren und zu ertragen. Sie läuft sonst Gefahr, zum „Großen
Bruder“ zu mutieren.
Mit freundlichen
Grüßen.
Ihr Dr. Wolfgang Köpp.

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Sehr geehrte Redaktion
der WAZ.
02.01.2006
Leser Ihrer
Zeitung schickten mir den Artikel Ihrer Mitarbeiterin Annika
Fischer, der auf der Seite „Wochenende“ erschienen war. Diese
Leser waren wohl fast ebenso erstaunt wie ich, zu sehen, was
dabei rauskommt, wenn man schlecht zuhört und noch schlechter
berichtet. Mir ist nach 12 Jahren intensivster Berührungen mit
Journalisten aus Deutschland aber auch aus anderen europäischen
Ländern durchaus bekannt und bewußt, daß es erhebliche
Unterschiede im Niveau der Berichterstatter wie der
Berichterstattungen gibt. Gutes Obst will reifen und braucht
ebenso Zeit wie Pflege und eine rechte (richtige) Veranlagung. Und uns hier in Alt-Rehse, einem Ort jahrelanger
Auseinandersetzungen, bitteren Rechtsstreits und maßloser
Restitutionsansprüche, einem Ort, wo nach der Wende die
Verunsicherung, ausgelöst durch kaum zu ertragenden Druck
ärztlicher Verbände auf die Bevölkerung und deren gewählte
Vertreter, kaum zu beschreibende Auswüchse annahm, uns hier war
dadurch die selten so gewollte Gelegenheit gegeben,
Medienvertreter unterschiedlichster Güte und Sorgfalt kennen zu
lernen. Um es vorweg zu betonen: viele gut recherchierende,
rechtschaffen arbeitende Menschen der schreibenden Zunft durften
wir erleben. Sie haben uns zumeist in unseren bittersten
Momenten beigestanden. Ja, ich kann sagen, daß durch sie unser
Widerstand gegen Enteignung gestärkt, unser Anliegen so
öffentlich wurde, daß letztendlich auch die Politiker Kenntnis
nehmen mußten und neue Ärzteführer nicht nur von ihrem Vorhaben
zurücktraten, sondern auch von ihren Mitgliedern zurückgetreten
wurden. Wer will leugnen, daß in dieser Berichterstattung die
Zeitungen, der Rundfunk und das Fernsehen der beigetretenen
Bundesländer mit mehr Sachkenntnis, größerem Engagement und
entschiedener Befindlichkeit berichteten. Daß sich zu dem mehr
als lokalen Thema – immerhin befaßte sich das
Bundesverwaltungsgericht mit den Auseinandersetzungen – auch
Medien aus den alten Bundesländern zu Wort meldeten, teilweise
hier vor Ort waren und sich bemühten, ihren Lesern ein
ordentliches Bild zu zeigen, soll gesagt werden. Ebenso
mußten wir aber feststellen, daß Sensationsgier, billige
Journaille, Sommerlochfüllung, Effekthascherei und teils
wissentliche Verdrehungen ein Bild dieses Ortes und seiner
Probleme hinschmierten, wie es – wie nannte das Manfred Krug:
die Blödzeitung vormachte. Als sich bei
unserem Bürgermeister und mir Frau Annika Fischer aus Ihrem
Redaktionsstab meldete und um Unterstützung für einen Bericht
bat, da waren wir anfangs mißtrauisch. Zu sehr war uns noch der
Aufmacher aus vorgenanntem Blatt vor Augen: Hitler vor unserem
Ortseingangsschild und die Behauptung: Ein Dorf in Mecklenburg
solle verkauft werden, um nur eine der Verdrehungen zu nennen. Meine Bedenken
gegenüber Frau Fischer lassen sich im Mail- Verkehr nachlesen.
Auf die Behauptung der Dame, sie komme von einer renommierten
westdeutschen großen Tageszeitung, haben wir dann reagiert und
einem Termin zugestimmt. Die Gespräche, bei denen Bürgermeister
Wagenknecht teilnahm, waren zwanglos, sehr ausführlich, und wir
bemühten uns, alles erdenklich Wichtige zu vermitteln. Da sie
sogar einen Fotografen mitgebracht hatte, schien uns der nicht
unbeträchtliche Aufwand der Zeitung ein Zeichen für Engagement.
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Unser Mißtrauen
legte sich. Ein freundliches Lärvchen vermag zudem ja einiges.
Wir bekamen die Zusage, bei Erscheinen des Artikels davon ein
Exemplar für unsere Unterlagen zu erhalten. Vorweg gesagt: es
kam nichts. Wir hatten das schon beinahe vergessen, als uns
Leser der WAZ, die zudem Alt-Rehse und seine Probleme kennen,
die besagte Schreiberei zusandten. „Dorf meistbietend zu
verkaufen“ – der gleiche Schwachsinn wie bei der oben genannten
Journaille. Und schon im Vorspann mühte sich Frau Fischer, eine
Lüge trotz besserer Information und Kenntnis an den Leser zu
bringen. Und so ging es weiter: Halbwahrheiten, Verdrehungen,
der Versuch, bildhaft zu übertreiben, wo solide Information der
Leser ein ordentliches, sauberes Bild hätte entstehen lassen
können. Ich will die Fehler im historischen wie subjektiven
Bereich nicht alle aufzählen. Es ist müßig. Wir haben aus den
halbgaren Auslassungen dieser Journaille-istin zumindest einmal
mehr gelernt: Vorsicht im Interesse unseres geplagten, lange
verschwiegenen und gern verleumdeten Dorfes und seiner Bewohner.
Äußerste Vorsicht mit den Medien! Wir haben viele Besucher. Wir
sehen sie gern bei uns und versuchen, ihnen bei Führungen,
Gesprächen, Buchlesungen und anderen Veranstaltungen unser Dorf
und seine vielfältige, wechselvolle, lange Geschichte nahe zu
bringen. Ihre Mitarbeiterin, möglicherweise zu hoch bezahlt, so
daß sie sich derlei Geschmiere leisten zu können glaubt, hat
sich, der WAZ und der Wahrheit einen Bärendienst erwiesen, wie
uns die Zuschriften Ihrer besser informierten Leser zeigen. Und
so erlaube ich mir ganz bescheiden den Rat: setzen Sie die Dame
um zum Humorressort. Dort kann sie zum Lachen beitragen. Oder
machen Sie der jungen Frau das Alt-Rehse-Buch zur
Pflichtlektüre. Da kann sie auch gleich noch schreiben lernen.
Mit
freundlichen Grüßen.
Dr. Wolfgang Köpp
- Haus München 38 - 17217
Alt-Rehse.
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01.03.2006
Brief an die
Bundeskanzlerin
Vorwort:
Da eine
Antwort nicht zu bekommen war, soll diese Meinung nun der
Öffentlichkeit zugänglich sein.
Es soll aber an Robert Prutz
den großen Pommern und seine Freunde des Vormärz erinnert
werden, die forderten:" Ordnung ohne Freiheit ist Despotie;
Freiheit ohne Ordnung ist Anarchie. Nichts ohne das das Volk - -
-." Ähnlich hatte Goethe in "Natur und Kunst" gemahnt:" In der
Beschränkung zeigt sich erst der Meister, und das Gesetz nur
kann uns Freiheit geben."
An die Bundeskanzlerin
Der Bundesrepublik
Frau Dr. A. Merkel
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel.
Zuerst möchte
ich Ihnen meine herzlichen Glückwünsche zu Ihrer Wahl
aussprechen. Daß ich wie viele Deutsche in dieser Zeit das mit den Wünschen auf ein
erfolgreiches Wirken für unser Volk verbinde, ist wohl
selbstverständlich. Erlauben Sie mir aber zugleich mit den Hoffnungen auch ein paar Bemerkungen,
Wünsche und Fragen. Sie forderten
in Ihrer Antrittsrede “mehr Freiheit wagen”. Glauben Sie wirklich, daß dergleichen in einer so
schwierigen, von organisierter, global sich ausweitender
Kriminalität erschütterten Zeit bei der diese Erscheinung und deren Kräfte dem Gesetz und dem
Recht noch stets voraus sind wirklichen Vorrang haben muß?
Latente Fleisch- und Lebensmittelskandale, schamlose Bereicherungen im großen Stil,
ein Managertum, das jede Vorbildwirkung vermissen läßt und in
der ungeheuerlichen persönlichen Bereicherung seinen Sinn sieht,
organisierter Arbeitsplatzabbau durch grenzenlose Schwarzarbeit,
Bereicherung an den Sozialleistungen mittels organisiertem
Scheinasylantentum rufen meines Erachtens weniger nach noch mehr
falsch verstandener Freiheit, sondern nach mehr Recht und Gesetz.
Wie hatte es E.M. Arndt, der Vorpommer, so unmißverständlich gemahnt:” Wohl
lobe ich mir den Staat, wo mangelhaften Gesetzen ausnahmslos
Folge geleistet wird mehr als den anderen, wo die besten Gesetze
nur zeitweilig mit Füßen getreten werden”.
Angesichts unseres Rechtssystems könnten wir durchaus diese und andere Probleme
beherrschen, wenn eine sich unabhängig nennende Justiz es nur
wollte. Immer größere Teile unseres Volkes erkennen mit
Verwunderung und Empörung, daß zwischen den Erfolgszahlen der
Polizei und den Ergebnissen der Gerichte ein oft
unverständlicher Widerspruch klaftert, der zu immer größerer
Verunsicherung führt und die Menschen immer stärker polarisiert.
Daraus erwächst dann von den Medien allzugern in schwarz und weiß eingeteilt in letzter Zeit eine unstatthafte, aber auch von bestimmten
politischen Kräften bewußt vorgenommene Vermischung von “rechts” – also konservativ mit rechtsextrem und “links” also sozialistisch – mit linksradikal.
Man macht sich leider auch im Bundestag, gar nicht mehr die Mühe zu
unterscheiden.
Wie steht an einer Hauswand in der Nähe der Rostocker Universität:
”Konservativ ist schon profaschistisch”.
Da sei eine vernünftige eindeutige Politik vor! Betrachte ich mir aber bestimmte Erscheinungen in
unseren hohen Häusern, dann sehe ich mit Entsetzen, daß immer
häufiger das schlimme Wort Napoleons zutrifft:
”Wer immer der Republik dient, darf sich auch an ihr bereichern.”
Sie sind mit hehren Forderungen und Aufgabenstellungen zur Wahl angetreten und haben bei vielen
Menschen in unserem Vaterlande große Hoffnungen auf mehr
Lauterkeit, mehr Beständigkeit, mehr Zuverlässigkeit und weniger
Darstellungssucht geweckt. Ich nenne nur zwei Dinge, deren
bisherige Verurteilung nicht nur mich an das Gebet zum Heiligen
Florian erinnert: Den Abbau der deutschen Atomkraftwerke und dafür den Bezug von Atomstrom von ungleich unsichereren
Nachbarn und die Stammzellenforschung über den Import des Materials. Ich
erinnere aber zugleich an Versprechen, mit dem Flaschengeist
Windkraftanlagen zukünftig kritischer umzugehen. Wir warten
darauf.
Sie, Frau Bundeskanzlerin, sind eine geachtete Naturwissenschaftlerin. Würden Sie es
zulassen, daß Politiker und Medien über naturwissenschaftliche
Problemfälle und Lösungen an den Naturwissenschaftlern vorbei
entscheiden? Warum dürfen Minister und Abgeordnete oft bar jeder Kenntnis der tatsächlichen Zusammenhänge, warum
darf eine grenzenlose Presse den Fachleuten vorauseilen, wenn
ich an MKS, BSE und neuerdings an Aviäre Influenza denke?
Erinnert Sie das nicht an jene DDR-Parteifunktionäre, die heute
über Teppiche, morgen über Metallguß, übermorgen zu Landwirten
redeten – und bald überzeugt waren, über alles Bescheid zu wissen?
Deutschland hatte der Welt die großen Gesetze der Veterinärmedizin gegeben.
Alle Welt hatte sie übernommen. Heute erscheint der Fachmann
Tierarzt, der eigentliche Seuchenspezialist nicht dort, wo es
dringend geboten ist. Man hat die tierseuchenpolizeiliche
Aufgabe dieser Berufsgruppe weitgehend kastriert. Wie es der große, weltbedeutende Müssemeier, wie
es Ostertag und andere, die den Namen der deutschen
Veterinärmedizin in die Welt trugen, einst gefordert hatten, muß
an der Spitze dieser Aufgaben ein Fachmann mit Kompetenz und
Entscheidungsbefugnis stehen, dem die Politik die
Voraussetzungen zu schaffen hat. Rügen war ein makabres Beispiel
wie es keinesfalls sein darf. Noch ist es nicht zu spät. An die
Spitze aller Gefahrenabwehr für den Menschen und die Tiere,
soweit diese Gefahr von Tieren ausgeht, hat ein Tierarzt an
gehobener Stelle -. möglichst ein Staatssekretär – zu stehen und zwar mit weitreichenden Vollmachten über den zu
aktivierenden gesamten Bereich der Veterinärmedizin. Das muß auch
in einer Demokratie möglich sein. Sie waren angetreten, um der Forderung nach
Einrichtung eines “Zentrums gegen Vertreibung” in Deutschland – in Berlin – Ihre ganze Unterstützung zu geben.
Selbst der zu früh
verstorbene Peter Glotz hatte sich eindeutig dafür ausgesprochen.
Sollen wir nun den revanchistischen, rechtradikalen Forderungen
von polnischer Seite wie den ewig sich anbiedernden Schmähungen
einer Roth, eines Trittin, Fischer und ähnlicher Windmacher
nachgeben? Wo bleibt ein deutliches Zeichen?
Und - sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin – erlauben Sie mir bitte noch ein persönliches Wort zu dem Bildnis
auf Ihrem Schreibtisch.. Da blicken die Menschen in Deutschland - und
Gottseidank in letzter Zeit immer mehr, die an Preußen und
dessen Tugenden zurückdenken – auf Katharina die “Große” und fragen sich: warum?
Warum an diesem bedeutsamen Platz ein Abbild der großen Preußenhasserin
und Unterdrückerin ihres Volkes, der Frau, mit der die
Potemkinschen Dörfer ein Begriff für Darstellungssucht und
Größenwahn wurden? Warum kommen Sie nicht einmal nach Hohenzieritz und sehen und hören, was eine
der großen deutschen Frauen der Geschichte gesagt und gedacht
hatte? Und könnten
dort zugleich gutmachen, was eine rot-rote Regierung in
Mecklenburg am geschändeten Andenken der Königin Luise gesündigt
hat?
Verzeihen Sie meine offene Sprache. Wir waren ja schon einmal vor Jahren im
Gespräch miteinander über mein geschundenes und verleumdetes
Dorf.
Ich wünsche Ihnen Gesundheit und Standhaftigkeit und möglichst ein stets
“Dem Deutschen Volke” offenes Ohr..
Mit freundlichen Grüßen.
Dr. Wolfgang Köpp
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Vorwort zum Brief:
Nachdem es auf den ersten Brief an die
Bundeskanzlerin keine
Reaktion gab und auch der zweite Brief weder eine
Eingangsbestätigung fand, noch jedwede andere Form auslöste,
setze ich auch diesen zur allgemeinen Kenntnis. Es wird in
Deutschland immer mehr zur Gewohnheit bei Medien wie Politikern,
auf kritische Stimmen weder zu hören noch zu antworten. Man ist
sich - selbstherrlich - sicher, über den Dingen und den Menschen
zu stehen. Da bleibt die Frage, ob man auf Dauer auch über den
Wählern stehen kann.
"Müssen Politiker, die doch für
ihr Volk reden und handeln sollen, so wie der Franzose
Talleyrand reden und handeln, der meinte:" Die Sprache ist nicht
dazu da, die Gedanken zu offenbaren, sondern sie zu verhüllen."
Alt-Rehse, d.
22. Februar 2008
An die
Bundeskanzlerin Der
Bundesrepublik Deutschland Frau Dr.
Angela Merkel
Bundeskanzleramt Berlin
Sehr geehrte
Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel
Plötzlich
sind alle empört. Mehr noch
als der Mann auf der Straße, der es schon lange geahnt oder
sogar gewußt hatte, empören sich lauthals die Medien. Sie hatten
es ja - wie stets - schon lange gemutmaßt. Nach Banken
und VW, nach Diätenerhöhung und Wohnsitz im Ausland, nach NOKIA
und anderen, die nur absahnen wollten, was ihnen großzügig
zugeschanzt worden war, nach wiederholter, ausufernder
Korruption in der EU kommt nun eine neue Dimension. Esser und
die anderen „Heuschrecken in unserem deutschen Garten“ waren
doch nur die Spitze - nicht etwa eines Eisberges, denn der wird
in diesem Falle zu Unrecht als Synonym für jene
Ungeheuerlichkeit verleumdet, die sich nun ausbreitet - sondern
eines fürchterlichen Misthaufens, als den sich immer mehr Teile
einer scheinbaren Elite unserer langsam zerfallenden Nation
darstellen. Macht schon
das Voluptarium der „Politischen Klasse“, wie Herr Thierse sie
nannte, uns mehr und mehr schaudern, so graust es den Bürger -
und beileibe nicht nur den Arbeitslosen, den Harz-Empfänger, den
1-Euro-Jobber, den verkauften Leiharbeiter, die kleinen, noch
immer so stillen arbeitsamen Ameisen an der Basis einer
Pyramide, wo an der Spitze die Besten - und damit ist nicht nur
Leistung, Darstellungsvermögen und Macht, sondern auch Moral,
Haltung, Ehrlichkeit, Verantwortung gemeint - stehen sollten. Doch immer
häufiger zeigt sich gerade dort Unrat. Wollten
Politiker aller Couleur uns nicht gestern noch die
Diätenerhöhungen mit der Begründung verkaufen, daß nur so die
„Besten“ für des Volkes Wohl an der Spitze der politischen
Verantwortung zu halten seien! Wieviel
verdienen denn unsere Besten noch so nebenher? Und hat, bei
soviel zusätzlicher Leistung, der Tag dort mehr als 24 Stunden? Minister
kommt doch wohl von dienen, also dem Volke dienen, nicht aber
von dienern, sich hochdienern, oder gar von erdinieren, also
sich bei Empfängen und Diners ins rechte - verzeihen Sie bitte,
ich meine natürlich ins richtige - Licht zu stellen oder besser
noch zu setzen. Kann es gut
und im Sinne unseres Volkes, ja unserer Nation sein, daß heute
bei den Abgeordneten des Parlaments ein fast gerader Weg „vom
Kreißsaal über den Hörsaal zum Plenarsaal“ führt, oft bar jeder
erworbenen Erkenntnis und Erfahrung, über Parteien hochgelobt,
die immer mehr zur Selbstspiegelung entarten, statt politische
Heimstatt für Menschen zu werden, die sich aus ehrlichem Herzen
für das Vaterland engagieren wollen? Wo bleiben
die einst in unserem Volk so hoch angesehenen Werte? Wo unsere
Tugenden? Sie werden
als politisch veraltet, von gestern, als fragwürdig, bestenfalls
umstritten verleumdet und machten doch über Jahrhunderte die
Seele unseres Volkes aus. Dürer,
Beethoven, Schiller, Herder, Hölderlin, veraltet, von gestern?
Brauchen wir
tatsächlich neue sogenannte Leit- also Zerrbilder? Wo sind die
Vorbilder für eine umherirrende Jugend? Bei Pop-Ikonen etwa? Bei
einem Bohlen? Bei jenen sich Künstler nennenden, wo man nur noch
sagen kann:“ Cacatum, non est pictum“? Statt dessen
macht sich ein neuer Wert, der Marktwert, breit. Der Wert des
abendländischen Christentums, heute selbst von seinen bestallten
Hütern in Frage gestellt, verkommt zum „Ich bin der Markt, Dein
Gott, Du sollst nicht andere Götter haben neben mir.“ Was bedeutet
dann noch das „C“ im Namen von CDU und CSU? Die anderen
hatten sich ja ohnehin schon lange davon losgesagt und wollen
uns nun statt dessen einen Multikulti-Religionenbrei auftischen,
in dem ein aggressiver Islam mit staatlicher Duldung sich
ausbreitet. Ist es das,
was man dem einfachen Bürger, dem stillen Duldner mit allen
Mitteln schon von Kindesbeinen an - zumeist mit Hilfe der „4.
Gewalt im Staate“ und überbordendem Konsumterror einschließlich
der Zerstörung des Sonntages - beibringen will? Wäre an
dieser Stelle nicht der Eid der Erhebung zum 20. Juli 1944 als
unverrückbarer Maßstab für alle Jene angebracht, die antreten
wollen - oder schon angetreten sind - „Dem Deutschen Volke“ zu
dienen? Wo es am
Schluß, zur Erinnerung, heißt: „Wir geloben
untadelig zu leben, im Gehorsam zu dienen, unverbrüchlich zu
schweigen und füreinander einzustehen.“ In Ihrer
Antrittsrede hatten Sie gefordert „Mehr Freiheit wagen“. Stehen Sie
angesichts einer gegenwärtig erkennbaren bedenklichen
Entwicklung noch dazu, oder wollen Sie - im Interesse des Ihnen
anvertrauten Deutschen Volkes - nicht doch besser „Mehr Gesetz
und Gerechtigkeit“ wagen? Darf ich Sie
freundlich an die Worte des großen Pommern Ernst Moritz Arndt
erinnern, die er uns in seiner Hoffnungsrede gegen Napoleon 1810
mahnend mit auf den Weg gab? Was gedenken
Sie, Frau Bundeskanzlerin, gegen das anwachsende Menetekel zu
tun? Ist es nicht
lange schon an der Zeit, ein deutliches Zeichen im eigenen Land
zu setzen, eins, das die Menschen verstehen, mit dem sie sich -
ungeachtet aller verschiedenen Glaubens- und Politikrichtungen -
identifizieren, zu dem sie vorbehaltlos ja sagen können? Es genügt
nicht mehr, in Wahlen noch einmal Glück gehabt, den Sturz
vermieden zu haben. Wie viele
Bürger in unserem Vaterland müssen denn erst den Wahlen
fernbleiben, damit man begreift, daß Vertrauen, bedenklich
zunehmend, schwindet? Wieviel protestierenden Zulauf müssen die
Rattenfänger aus dem braunroten Sumpf denn noch bekommen, ehe
man wirklich aufwacht? Ansprachen,
in denen mit etwas anderen Worten als bei ihrem Vorgänger Helmut
Kohl behauptet wird, daß es besser geworden, daß der
„Aufschwung“ unten angekommen sei, sind doch angesichts dessen,
was seit dem 1. Januar in Politik, Justiz, Wirtschaft und
Management geschehen ist, kaum noch geeignet, Vertrauen zu
schaffen. Warum
scheuen Sie das unmißverständliche, klare Wort? Sagen Sie doch
eindeutig nein, wenn es angebracht ist, statt sich allerhand
Optionen offenzuhalten, und sagen Sie um Gottes Willen auch
einmal richtig ja, statt Wege offenzulassen, die keiner mitgehen
will. Wenn Sie sich vor einiger Zeit recht klar für ein „Zentrum
gegen Vertreibung“ in Berlin aussprachen, dann lassen Sie nicht
Herrn Naumann andere Lesarten unter dem Druck von außen
aushandeln. Zeigen Sie bitte Ihre Verantwortung auch für die
vielen Vertriebenen, die mit aller Kraft und unbändigem Fleiß
geholfen hatten, auf beiden Seiten der Elbe aufzubauen. Sie sind -
wie ich auch - Naturwissenschaftler von Hause aus und wissen es,
„Ein bißchen schwanger geht nicht“. Lassen Sie
im Interesse dieses Volkes, das Ihnen anvertraut ist, nicht zu,
daß wir fremdbestimmt werden, daß uns „Führer“ anderer Völker
dreist erklären, was wir zu tun haben. Es sieht auf
den Straßen und in den Schulen schon schlimm genug aus, und
nicht jeder kann - wie bekannte grüne Maulhelden in den
Parlamenten - seine Kinder auf Privatschulen stecken.
Auch Sie
hatten einen Eid geleistet. Bleiben Sie ihm treu! Erfüllen Sie
endlich die Erwartungen, die bei Ihrer Wahl viele Menschen in
Sie gesetzt hatten. Mit
freundlichen, immer noch hoffenden aber auch bangenden Grüßen
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Vorwort:
„Nachdem durch die hinhaltende
und abwartende Politik der Bundeskanzlerin – ganz im Gegensatz
zu einer Vielzahl von Unionspolitikern und trotz des
massenweisen Protestes der Bürger in ganz Deutschland – die
Präsidentin des BdV, Erika Steinbach, ihren berechtigten Platz
im Kuratorium der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“
ruhen lassen muß, sehe ich mich veranlaßt, meinen Brief an die
Bundeskanzlerin hier zu veröffentlichen. Es steht zu befürchten,
daß durch diese Politik (Telefon-Rüge an den Papst, fehlende
Unterstützung der Erika Steinbach gegen massive, hetzende, an
faschistoides Gebaren erinnernde Angriffe auf die Präsidentin
des BdV, Kaltstellen der konservativen Kräfte innerhalb der CDU)
erhebliche negative Auswirkungen bei den bevorstehenden Wahlen
zu erwarten sind.
Alt-Rehse, d.
25.02.09
An die
Bundeskanzlerin
Der
Bundesrepublik Deutschland
Frau Dr.
Angela Merkel
Berlin
Bundeskanzleramt
Wenngleich ich auf meine vorigen
beiden Briefe mit ernstgemeinten Vorstellungen weder eine
Antwort noch – wie es wohl wünschenswert wäre – wenigstens eine
Bestätigung des Eingangs erhalten hatte, will ich einen weiteren
Versuch wagen. Selbst in
der DDR, Frau Bundeskanzlerin, bekam der Bürger auf Eingaben
oder Briefe wenigstens eine Eingangsbestätigung. Sie werden sich
erinnern. Ihren
Beamten war das – wie so vielen anderen Behörden in jüngster
Zeit – nicht möglich. Ist die Flut
der Kritiken, Einwände, Zuschriften inzwischen so groß, daß Ihre
Mitarbeiter sie nicht mehr bewältigen können? Ist darin
eine der Ursachen zu sehen, daß die Politikverdrossenheit bei
den Bürgern immer mehr zunimmt, daß sie erkennen nicht mehr
ernstgenommen zu werden? Ich hatte zu
Beginn Ihrer Amtszeit in einem Brief davor gewarnt, noch „mehr
Freiheit“ zu wagen und Ihnen statt dessen vorgeschlagen, mehr
„Recht“ und „Gerechtigkeit“ walten zu lassen, wenngleich immer
mehr zu erkennen ist, daß diese Bundesrepublik zwar noch ein
„Rechtsstaat“ im juristischen Sinne, doch längst nicht mehr ein
Staat der „Gerechtigkeit“ ist. Und die
lautstarken aber zumeist hohlen Begriffsstreitereien der
diversen politischen Repräsentanten haben dazu beigetragen
essentielle Begriffe im Volk zu verwirren. Brauchen wir
„mehr Kapitalismus“ wie Merz, mehr utopischen Sozialismus wie
Lafontaine, oder bewußt von Westerwelle, dem Vertreter des
Neo-Liberalismus, verdrehte soziale Marktwirtschaft, in der eine
vorgebliche Enteignung von Banken sich gegenwärtig in Wahrheit
als eine Enteignung der Bürger darstellt? Was diese
Menschen in Deutschland brauchen, endlich und dringend brauchen,
ist Recht und zwar gleiches Recht für alle – ohne Unterschied.
Vor allem
ein Recht, das aus der Moral herkommt. Es darf
nicht mehr sein, daß der Harz-4-Empfänger bei unrichtigen
Angaben zur Kasse gebeten wird, während lobby-trächtige Manager
trotz größter Veruntreuungen noch mit Bonus-Zahlungen belohnt,
statt haftbar gemacht werden. Es kann
nicht angehen, daß die kleine Kassiererin für unklare 1.30 €
bestraft und in ihrer Lebensführung zerstört wird, während große
Betrüger ihre Strafe mühelos aus der Portokasse zahlen
dürfen. Wie kann man sich eigentlich – im Gegensatz zum
horrenden Steuerbetrug – an 1.30 € bereichern? Wo das
geschriebene „Recht“ die Gerechtigkeit immer offensichtlicher
bricht, Frau Kanzlerin, da ist etwas „faul im Staate“. Da ist es an
der Zeit, Gustav Radbruchs Forderung vom ungerechten Gesetz
endlich in die Tat umzusetzen, wenn er sagt: „Der Widerspruch
des positiven Gesetzes zur Gerechtigkeit muß so unerträglich
sein, daß das Gesetz als „unrichtiges Recht“ der Gerechtigkeit
weichen muß.“ Der
Widerspruch ist inzwischen oft unerträglich! Es ist nicht nur
mir „unverständlich“, daß Sie angesichts der Ungeheuerlichkeiten
von Bänkern mit „Unverständnis“ anstatt mit Zorn, Empörung und
Gesetz reagieren. Eine deutsche Kanzlerin – wenn Sie diesen
Anspruch weiter durch das Votum Ihres Wahlvolkes verdienen
wollen, und das erwartet man von Ihnen – muß zuerst und vor
allen Dingen vor ihrem Volk stehen, für jeden Einzelnen und für
das Wohl aller. Da sind medienwirksame Auftritte in der großen
Welt zweitrangig, wenn nicht fragwürdig. Sie wollen
gewählt werden. Zeigen Sie unserem Volke, daß Sie es ernst mit
dem Wohl der Menschen meinen. Handeln Sie jetzt –, bitte! Jetzt, vor
den Wahlen, erinnert sich die abgehobene Politische Klasse
wieder einmal, daß sie das ehrenamtliche Fußvolk braucht,
dasselbe Fußvolk, von dem man sich nach Wahlen bisher allzu
rasch abgewandt hatte, um zur eigensüchtigen Tagesordnung
überzugehen! Wie konnte
denn der Zustand der Banken die Politik überraschen, wenn in den
Aufsichtsräten dieser Banken Bundes- und Landespolitiker sitzen
und unser Bundespräsident vom Fach ist? Jetzt, Frau
Bundeskanzlerin, wollen Sie plötzlich nicht „mehr Freiheit
wagen“, jetzt soll reglementiert, vielleicht sogar „enteignet“
werden. Es ist doch
gerade dieses „Rein in die Kartoffeln – raus aus den
Kartoffeln“, wie es der Volksmund nennt, das diese Politik so
unberechenbar macht und die Menschen sich enttäuscht abwenden
läßt. Die CDU – einst die Hoffnung der Menschen – bekommt immer
mehr Ähnlichkeit mit der fremdbestimmten CDU der DDR. Sie haben
Ihren Aschermittwoch in Demmin abgehalten. Sie fühlten sich dort
„Zuhause“. Ist Ihnen
nicht bekannt, daß in diesem Kreis Demmin nach 1945 fast 50 %
der Bewohner als Flüchtlinge und Vertriebene lebten, deren
Nachkommen dort noch immer auf Besserung ihrer Lebenssituation
hoffen? Gegenwärtig sind dort mehr als 20 % ohne Arbeit! Wieviel
mehr sind es, die von dem Erlös ihrer Arbeit ihre Familie nicht
mehr ordentlich ernähren können? Und wie
reagieren Sie angesichts dieser Menschen auf die unsäglichen,
verlogenen, verhetzenden, ja faschistoiden polnischen Angriffe,
z.B. „Blonde Bestie“, gegen Ihre Parteifreundin Steinbach?
Erinnern Sie
sich noch, wie wir Vertriebenen uns schützend vor Sie gestellt
hatten, als man Sie, unsere Kanzlerin, in polnischen Medien auf
die übelste Weise angriff? Jetzt
reagieren Sie erneut nicht deutlich, zögern hinaus, wollen
scheinbar wie Ihr Ziehvater Kohl die leidige Angelegenheit
aussitzen. Sie
reagieren nicht, wenn man Frau Steinbach mit Holocaustleugnern
gleichsetzt. Nicht, wenn man deren Bild in Danzig auf offener
Straße verbrennt, nicht wenn man diese Frau, die zuletzt
wiederholt die offene Hand nach Polen gereicht hatte, in
SS-Uniform darstellt. Wo soll dann
bei uns Vertrauen herkommen? Gerade in
Demmin hatten wir ein klares Wort an die richtige Adresse
erwartet! Indem Ihre
bisherigen Regierungspartner und andere im Wahlkampf die Frau
Steinbach mit dem Wohlwollen bestimmter polnischer Kreise in
übelster Weise demontieren, wollen diese Gutmenschen wie
Thierse, wie Meckel, wie die Roth und andere der Frau Schwan und
damit letztendlich sich zum Sieg verhelfen. Sprechen Sie
darum ein deutliches Wort. Unser Volk wird Sie dann verstehen
und Ihnen die Anerkennung nicht versagen. Warum ich
trotz der Enttäuschungen dennoch erneut an Sie schreibe, werden
Sie vermutlich fragen. Ja, weil ich
mit vielen Menschen in unserem Vaterland sehe, daß die CDU/CSU
der einzige Hoffnungsträger sein könnte, der uns geblieben ist.
An Gysi, Lafontaine, Roth, Trittin, Westerwelle oder gar
Ypsilanti zu schreiben wäre wahrlich vertane Zeit. Sie haben –
wie Seehofer, Westerwelle und Müntefering - uns aufgefordert
aktiv zu sein. So habe ich
es auf diese Weise noch einmal versucht.
Mit
freundlichen Grüßen
Dr. Wolfgang Köpp

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An NK - zu: LA Lohse und Rethra.
08.04.2006
Nun hat sogar ein
Landtagsabgeordneter die „Ich-AG“ für sich entdeckt. Genosse
Lohse hat von seinem Alt-Kanzler gelernt, wie man sich in die
Wirtschaft einbringt. Vorsorglich hatte er wohl noch für den
Großkreis – möglichst mit Neubrandenburg als Besthaupt –
gestimmt, nachdem er schon zuvor – natürlich rein als
Privatmann, versteht sich – begonnen hatte, die Höhen
zukünftiger Festspielkultur samt der durch Neubrandenburg und
die Anliegerkreise am Tollense-See gefährdeten
„gesamttouristischen Vermarktung der Region“ zu erklimmen und
seinerseits Marksteine zu setzen. Nicht – ohne anschließend
gründlich das hier und da schon lange wuchernde Unkraut der
möglichen „Konkurrenz“ ausreißen zu lassen. Man muß sich ja
nicht selbst die Finger dabei schmutzig machen. Wie eine Art
„Schröderverschnitt“ in M.-V. hatte man als Landtagsabgeordneter
selbstredend keine Kenntnis von der Arbeit der Stadt und der
beiden Landkreise um IREK und die Leitgedanken zu Rethra und
Tollense-See-Tourismus. Wer – mit hoher Wahrscheinlichkeit – zum
letzten Mal im Landtag sitzt und danach mit seiner Pension sein
Leben fristen muß, der sucht nach – noch – besserem Einkommen. Da stört den Genossen
plötzlich die schamlose Gier des Kapitals nicht, zumal er sie ja
nur zu edlen Zwecken nutzen will. Gesamtgesellschaftlich –
versteht sich! Hier zeigt sich die immer
stärkere, immer ungeniertere Selbstbedienungsmentalität unserer
„Volksvertreter“, die mittlerweile von kleinsten dörflichen
Gemeindevertretungen bis in das höchste Gremium reicht. Hatte da
nicht mal einer von „Heuschrecken“ gesprochen? „Bist du was, dann hast du
was“, heißt es nun, oder vornehmer, so wie es Napoleon einst
geraten hatte:“ Wer immer der Republik dient, darf sich auch an
ihr bereichern.“ Da werden wir uns also auch
in Alt-Rehse einen neuen Namen für unseren Landgasthof suchen
müssen, oder etwa sogar für dieses Dorf, dessen Name
möglicherweise von „Rethra“ herkommt? Ob dann der Genosse zu uns
kommt, um uns zu erklären, warum solch Landgasthof-Name
eventuellem Lohse’schem Alleinvertretungs-Tourismus im Wege ist? Nein – das scheut er – wie
andere seinesgleichen – und schickt uns möglicherweise zur
Einschüchterung lieber seinen Rechtsvertreter. Schließlich ist
es ja nicht sein Wahlkreis. Was geht ihn – wie seinen
Altkanzler – seine soziale, demokratische Partei und deren Ruf
an. Ist der erst einmal
ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Die touristische Entwicklung
rund um Tollense-See und Lieps soll sich gefälligst nach was
anderem umsehen. Die kleinen Firmen, die bislang mit dem Namen
für sich – und zugleich die Region – warben, können sich ja
nochmals bücken, denn irgendwo liegt ja noch etwas auf der
Straße, das auch schon Jahrhunderte im Gespräch war. Ob vielleicht morgen einer
dieser Besserverdienenden kommt und sich „Neubrandenburg“ oder „Tollense“
oder „Lieps“ patentamtlich schützen läßt? Wer angesichts dieser
Dinge nicht um seinen Verstand fürchten muß, der hat keinen! In dem von der Frau
Bundeskanzlerin geforderten „mehr Freiheit wagen“ ist ja vieles
möglich; wie man sieht, sogar bei ihren sozialkritischen
einstigen Gegnern.
Dr. Wolfgang Köpp
Alt-Rehse

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An:
'redaktion@jungewelt.de'
Betreff: Ihr Artikel in Nr.210 Schwerpunkt 3 " Bund
entsorgt Geschichte"
Als einer,
der wie schon häufiger von schlecht recherchierenden
Journalisten falsch zitiert, immer noch den Glauben an korrekte
Berichterstattung nicht aufgeben will, nehme ich zu Daniels
Artikel wie folgt Stellung: Ihre Überschrift ist treffend und
läßt erwarten, daß auch der Text dieser Feststellung folgt. Doch
schon kommt es – und hat zur Folge, daß gläubige Junge
Welt-Leser postwendend mit Ansichten auftreten, die weniger in
das Reich der Legenden als vielmehr zu den dümmlichen
Verunglimpfungen gehören. Ich sage das deswegen, weil ich –
obwohl schon lange nicht mehr im Amt – noch immer als
Ansprechpartner für allerlei Besucher, Medienleute und andere
Neugierige gelte. („Auch deren Gesellschafter scheint der Ort
für ihre Zwecke wie geschaffen“.) Wägen Sie doch besser Ihre
Worte. Nehmen Sie sich doch ein Beispiel an Karin Vesper vom
„ND“ oder Marlies Menge von der „Zeit“, die sauber recherchiert
und korrekt berichtet hatten. Ihr Text erinnert mich ein bißchen
an die hilf- und haltlosen Versuche der Christa Wolf-Enkelin,
wenngleich Sie sich wenigstens noch um historische Darstellung
bemühen.
|
|
Daß ein BVA Neubrandenburg,
daß dessen Nachfolger BImA Schwerin in der von mir aufgedeckten
Geschichte dieses Parks – uneingestanden, aber hinter
vorgehaltener Hand und durch Infamien gegen mich bezeugt – ein
Hindernis bei der möglichst raschen und durchaus auch
rücksichtslos angelegten Veräußerung des schon einmal in KV-Hand
(Grundbuch) befindlichen Geländes gesehen haben, pfeifen die
kundigen Dorfspatzen von den Dächern. Ich kann und will hier nicht
alle sachlichen Fehler aufzählen, die in den 3 Artikeln der
Seite stehen, dazu bin ich mittlerweile zu müde. Doch wenn Sie
mir ein Zitat in den Mund legen, daß Sie von mir nicht gehört,
also bestenfalls abgeschrieben haben, von jemandem, der ebenso
falsch zitierte, dann ist das nicht nur ärgerlich sondern
irreführend und diffamierend. („Und die Geschichte des Ortes, an
dem es, wie Altbürgermeister Wolfgang Köpp einmal sagte:“ - -.“)
eben das habe nicht ich gesagt, sondern der Chef der hessischen
KV bei einem Besuch, wo es darum ging, seitens der KV des Bundes
hier eine Fachschule einzurichten. Da er diese Schule bei sich
haben wollte, mußte es nach seiner Meinung hier „stinken“.
Gestunken hat es mehrfach
und immer wieder, wenn sich – entgegen unseren Vorstellungen für
eine Nutzung (ich erinnere an Kinderdorf, Müttergenesungsheim,
Behindertenrehabilitation, Fortbildungs- und Forschungsstätte zu
Ethik und Moral, Stiftung aller medizinischen Gremien zu
Forschungs- und Fortbildungszwecken, AWO-Zentrum für Jugendliche
Osteuropas usw., usf.) - Geier, Leichenfledderer, eine
DM-Reisende, Scharlatane, Spinner aus Ost und West von Zeit zu
Zeit einfanden, um hier das Schnäppchen zu machen oder ihre
unausgegorenen Phantastereien zu beleben. Ja, auch „Ossis“
höchsten Ranges waren hier, um für große Hintermänner zu
erwerben. Wer zuvor KoKo in der BRD vertrat, wirkte nun für
Amerika. Wir haben es verhindert, daß hier kein Delmenhorst
entstand, weil wir Schönhuber beizeiten davonjagten und als
Scientology hier Fuß fassen wollte, da haben wir Deutsch mit
denen geredet und sie öffentlich gemacht. Diese Geschichte haben Sie
vergessen. Oder paßte sie nicht
in Ihr Kalkül? Etwa so wenig wie meine Auffassung, die ich aus
eigenstem frühen Erleben der Waisen erhielt, als ich immer
wieder davon sprach, daß der Makel der sieben Jahre
Führerschule, der auf dem Park lastete, durch das Kinderdorf und
das Institut für Lehrerbildung weitgehend vom Park getilgt und
dadurch diesem schönen alten Hauff’schen Landschaftspark seine
Würde wiedergegeben worden ist. Oder meinen Sie es wie in
Wien vor ein paar Jahren praktiziert, daß man durch das Fällen
von 50 „Adolf Hitler“-Eichen Bäume für den Namen bestrafen muß?
Dann hätte Schukow 1945
besser daran getan, Park und Dorf wie beabsichtigt zu sprengen
und einzuäschern. Die Pläne, die wir hatten,
kamen auch nicht mit der Veräußerung vom Tisch, sondern waren
schon vorher gestorben, als zu erkennen war, daß selbst eine
rotgrüne Bundes- und eine rot-rote Landesregierung außer großen
Sprüchen nichts unternahmen, sondern sich deren Politiker
allenfalls mal sehen oder kurz vor Wahlen hören ließen. Doch vermutlich paßt
solcherart historisch-exakte Darstellung Ihren Genossen Lesern
nicht! Sie begehen auch den
gleichen Fehler wie ein ehemaliger Vorsitzender der KV M.-V.,
der von Milliarden sprach und damit in den eigenen Reihen
Begehrlichkeiten weckte, wenn Sie ungeprüft schreiben oder
abschreiben, daß der Verkehrswert der Fläche 1995 bei einer
Milliarde DM gelegen habe. Dann sollten Sie doch besser in die
beiden Gutachten blicken, die damals von der KV in Auftrag
gegeben und auch vom BVA angeregt, zwischen 12 bis 15 Mill. DM
schrieben. |
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Kurz mal – wenn überhaupt –
in Alt-Rehse reinschauen, das reicht nicht. Da hat Frank
Pergande in der FAZ aus weniger Platz mehr gemacht.
Pressefreiheit werden Sie nun lamentieren und sich eventuell auf
den zweifelhaften Ausspruch der Kanzlerin nach „mehr Freiheit
wagen“ berufen. Sind Sie denn „preßfrei“ angesichts Ihrer Leser? Das Kinderdorf – noch 2001
von einer westberliner Geschichtslehrerin infam als „Kinder- KZ
der DDR“ verunglimpft, findet bei Ihnen kaum eine Erwähnung und
muß einigen Leuten doch ein Trauma sein, sonst hätte ein
westdeutscher „Kulturoffizier“
des NDR in Schwerin nicht von Viktor Cori gefordert, „über die
kommunistische Indoktrination im Kinderdorf“ zu berichten,
andernfalls man dergleichen nicht senden könne. Sehen Sie, so vielseitig ist
selbst die Nach-45er Geschichte. Und sie hat noch kein Ende. Jetzt sind, weil man es sich
bei den Erben des Entwickelten Sozialismus nicht anders
vorstellen kann, wo man selbst versagte, wieder mal Sekten im
Gespräch. Ich bin zu alt, um allen
Gedanken der neuen Parkbewohner folgen zu können. Aber daß
wieder Kinderlachen, Leben und Arbeit den geschundenen Park
erobern, das macht mir Hoffnung. Wenn Sie aber die Inschrift auf
dem Stein vage nennen, dann stellen Sie sich in eine Reihe mit
jenen, die immer nur das Maul aufreißen, ohne Hand anzulegen und
tatkräftig zu helfen. Dann ist das auf einer Linie mit dem
schwätzenden Herrn Dr. Fischer vom Zentralrat, der die Inschrift
wegen des „UNSERER“ „weinerlich“ nannte, mit seinen „Brüdern“ in
Alt-Rehse und bei der Gedenkveranstaltung in der Berliner
Synagoge große Worte gekonnt fallen hörte und selbst bis heute
nur redete. Lesen Sie die Inschrift
ruhig noch einmal, aber nicht so falsch wie am Ende Ihres
Artikels! Dahinter verbirgt sich nämlich ein altes jüdisches
Wort, das zu Recht meint: „Vergessen verlängert das Exil“. Das wäre unter
anderem dem Gutmenschen Grass ans Herz zu legen.
Mit
freundlichen Grüßen.

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Zu „Sächsischer Einheitsweg“ J. F. Nr. 22/06 S. 19.
Wie hatte Hölderlin gesagt:“ Denn wo Gefahr ist, wächst das Rettende
auch.“ Da konnte es angesichts der historischen Angepaßtheit „unserer lieben
Sachsen“ nicht ausbleiben, daß sich auch immer mal erneut
Widerstand regte. Und darüber
läßt Eckhard Jesse vollmundig und wie „ehrenrettend“ die
sächsischen Bürgerrechtler Bilanz ziehen. Das ist wohl
auch nötig, denn immerhin hatte uns Ulbricht die Sachsen nach
1945 als seine Getreuesten in die übrigen Länder der DDR und
später noch deutlicher in die Bezirke gesandt. Da war es kein
Wunder, wenn der hilfesuchende Bürger – gleich ob in Berlin oder
Rostock, Neubrandenburg oder Schwerin - diese Besten in den
Dienststellen der verschiedensten Apparate vor sich sah und
erleben durfte. Was war mit der
„Aktion Rose“ im Norden? Als die Juristen der Rostocker
Universität sich weigerten, in diesen Prozessen mitzuwirken, da
kamen – nicht aus „dem Süden“, sondern aus Sachsen die
Sichersten, die Rostocker Fakultät wurde geschlossen und erst
nach der Wende wieder eröffnet. Die „südlichen
Bezirke waren nicht so besonders partei- und linientreu“? Ja,
wenn man die Sachsen ausläßt. Daß in den "Nordländern" größere
Angepaßtheit geherrscht haben soll, ist wohl vor allem diesen
"Nordlandfahrern" aus Sachsen zu verdanken, die mit der Bewegung
"Industriearbeiter aufs Land" und mit der Besetzung der
"Schaltstellen der Macht" in Berlin und weiter nördlich für
"Ordnung" sorgten. Und nicht Westler imitierten zuerst die
hohlen Reden der Funktionäre in sächselndem Dialekt. Die
kümmerten sich lange Zeit im Bewußtsein ihrer staatlichen
Selbstherrlichkeit kaum um das, was "im Osten" geschah. Sachsen
nachahmen das konnten fast alle mehr oder weniger Betroffenen –
besonders in den nördlichen Bezirken, wo diese linientreuen
Invasoren nun den Ton angaben. Mein
Lehrmeister im Berliner „BMV“ pflegte schon 1950 jede Rede mit
dem klassischen Satz zu beenden:“ Ami go home, aber vergiß die
Sachsen nicht.“ Wer jubelte
erst dem Kaiser zu und dann sofort der Revolution? Wer
begeisterte sich dann lebhaft für Hitler und postwendend für
Ulbricht? Und nun? Sie sind allemal begeisterungsfähig! Es ist
unbestritten, daß auch in Sachsen für Freiheit und „Wir sind ein
Volk“ demonstriert wurde. Doch sollte man nicht in den Fehler
verfallen, die absoluten Zahlen zu verallgemeinern. In
Neubrandenburg gingen immerhin 15 000 nach den Friedensgebeten
auf die Straße, so wie – später - in Rostock und Schwerin. Und
die demonstrationswilligen Menschen im Norden mußten sich erst
einen Weg durch Straßenkontrollen der VP bahnen, ehe sie in die
Bezirksstadt gelangten. Deskriptive
Geschichtsschreibung wie beim Ch. Links-Verlag liest sich gut,
entbehrt aber leider nicht selten der notwendigen, erst aus dem
Zusammenhang erhellenden Urteile.
Dr. Wolfgang
Köpp, Alt-Rehse.
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21.7.06
Zu:
Faszination und
Schrecken zugleich NK v. 22. Mai 2006 S. 5.
Wieder einmal steht
Alt-Rehse zur Diskussion, und wie schon so oft geht es nicht um
die Zukunft des Dorfes, sondern um die Selbstdarstellung einiger
Personen, die uns aus gleichem Anlaß durchaus bekannt sind. Wir
befinden uns im Wahljahr, was liegt also näher, als daß man sich
am Beispiel einer Unendlichen Geschichte in die Erinnerung
bringt. Natürlich ist auch
wieder – wie oft eigentlich noch - von möglicher, sogar
notwendiger Unterstützung die Rede. Auch das ist sattsam
genug zum Thema gemacht worden. Doch wie sah diese
Unterstützung in der Vergangenheit tatsächlich aus? Bundesministerin
Schmidt, Staatssekretäre, Vorsitzende der Kassenärztlichen
Vereinigungen von Bund und Land und manche anderen Politiker aus
den verschiedensten Ebenen, auch die Sozialministerin des Landes
Mecklenburg-Vorpommern kamen, sprachen wortreich in
bereitgehaltene Mikrophone, versprachen sich einzusetzen,
gekommen ist nichts. Der Verein
„Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt-Rehse e. V.“
existiert weiter, außer vom Bildungsministerium des Landes
wahrgenommen und unterstützt, auf Hungerdiät gesetzt und nun
sogar von der Neubrandenburger Neuwoba mit Exmittierung bedroht,
am Rande. Natürlich trifft der
Vorwurf der Ministerin Linke gegen den Bund, doch wo blieb ihre
Hilfe? Wo sind die mehrfachen vollmundigen Versprechungen des
ehemaligen Vorsitzenden der Bundes K.-V., Richter-Reichhelm in
Alt-Rehse und Berlin anläßlich der Gedenkveranstaltung in der
Synagoge geblieben, wo die ebenso starken Worte des Verbandes
jüdischer Ärzte von Berlin? Wollte man nicht
sogar das Parkgelände für einen gemeinnützigen, die Erinnerung
bewahrenden Zweck erwerben? Daß das einstige
Bundesvermögensamt Neubrandenburg, die aus welchem Grunde
umgetaufte Schweriner BIMA, um jeden Preis das ungeliebte
Gelände loswerden wollte, wen wundert das noch? War den Beamten
nicht – natürlich nur hinter vorgehaltener Hand – die
aufgedeckte Geschichte samt dem an sie erinnernden Alt-Rehser
Verein suspekt? So suspekt, daß man nach Kräften die
Öffentlichkeitsarbeit behinderte? Nun, da das Gelände
des um die Bunkerflächen der NVA erweiterten Parks verkauft ist,
eignet sich die Geschichte wenigstens für versteckte
Wahlpropaganda. Und Herr
Richter-Reichhelm, voriges Jahr noch eifriger Verfechter des
Vorhabens der jüdischen Ärzte, zieht eine neue Karte aus der
Tasche: die „Ärzteumlage“, um das Geld für den Weiterbestand des
Vereins und seiner Wirkungen zu sichern. Kein Wort davon, daß
der Verein aus den von der früheren Gemeindevertretung zur
Verfügung gestellten Räumen jetzt mit allen Mitteln raus soll,
kein Wort darüber, daß immer mal wieder zu hören und im
Gästebuch zu lesen ist, jetzt müßte endlich mal Schluß sein mit
der Vergangenheit. Daß im Internet wie
in anderen Medien noch immer allerhand Blödsinn zu Alt-Rehse zu
lesen und zu hören ist – wen wundert’s angesichts von in schöner
Regelmäßigkeit zu vernehmenden Sprüchen. Es bleibt eine
Unendliche Geschichte, immer erneut geeignet, von Zeit zu Zeit
auf sich aufmerksam zu machen, sich der Öffentlichkeit zur
rechten Zeit zu zeigen.
Dr. Wolfgang Köpp Alt-Rehse

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Zu: Christian Stelzer
Buchtipp, Nordkurier v. September 06 - Kurier am
Wochenende S.4.
„Vertreibung aus Sicht der Polen“ überschreibt Herr Stelzer
seine Betrachtungen eines Buches von Jan M. Piskorski:
„Vertreibung und deutsch-polnische Geschichte. Eine
Streitschrift.“
Und Herr
Stelzer kommt auch gleich aus seiner Sicht „zur Sache“, wenn
er beginnt:“ Ein Buch zur rechten Zeit hat der polnische
Geschichtsprofessor geschrieben“. Daß das Buch erschien,
bevor zwei Vertreibungsausstellungen ihre Pforten öffneten
und manche nicht nur polnische Kritik an deutschen Sichten
„vorwegnahm“, wen wundert es, sofern er sich länger und aus
der Sicht beider Seiten mit der Thematik beschäftigt hat.
Auch wenn Piskorski als „Experte der vergleichenden
Geschichte Europas“ dem Leser wichtig gemacht werden soll,
bleibt schon beim lesen des Buchtipps manche Frage offen. Er
sei beileibe kein Eiferer, wird behauptet, auch wenn eine
„Streitschrift“ da kaum Hoffnung läßt. Stelzers
eigene, eigenartige Sicht der Dinge wird deutlich, wenn er
auf die Ursachen der „Aussiedlungen“ verweist, die einen
Sinn machen, wenn, wie er meint, die
Nachkriegsentscheidungen der Alliierten helfen, „die
historischen Tatsachen nicht durch den Opfer-Täter-Streit zu
verschütten.“ Welche
Tatsachen? Etwa die einer „Aussiedlung“ statt der
tatsächlichen Vertreibung? Das kommt
daher wie die Auslassungen eines neudeutschen
„Wissenschaftlers“, der den Exodus der Ostdeutschen eine
„Wanderschaft“ genannt hatte.
Wenn immer
wieder - aber nun mal aus anderer Sicht als vordem - im
Zusammenhang mit dem Kriege Folgen und Ursachen hinsichtlich
der Vertreibung verwechselt werden: wem nützt es, Herr
Stelzer? Hatte nicht
schon im Ergebnis des I. Weltkrieges und des darauf
folgenden Versailler Diktats (ich erinnere an die Rede
Stresemanns im Reichstag) die Vertreibung der Deutschen in
verschiedenster Form begonnen? Gab es, Herr Stelzer, zur
Erinnerung, keine massiven Ansprüche seitens Polens bis zur
Elbe einerseits - und nach Sowjet-Rußland andererseits?
Kennen Sie, Herr Stelzer, etwa nicht die warnenden,
menetekelhaften Äußerungen französischer, britischer und
amerikanischer Diplomaten im Zusammenhang mit dem Versailler
Diktat dazu? Hatte
Marschall Pilsudski 1932 der französischen Seite nicht
vorgeschlagen, sofort gegen Deutschland einen gemeinsamen
Krieg zu beginnen, um diese polnische Wunschgrenze im Westen
zu verwirklichen? Und später? Wieviel
verschiedene Begründungen gab und gibt es für die
Vertreibung? „Hier waren wir, hier sind wir, hier werden wir
bleiben“, tönte ein polnischer Kardinal in Stettin. Und auf
dem randalierten Löns-Stein bei Deutsch Krone (Walcz) steht
geschmiert:“ Wir bearbeiten die Erde unserer Urväter“. Wir
Vertriebenen haben kaum etwas gegen das „hier sind wir, hier
werden wir bleiben“, doch die historische Wahrheit muß
bleiben, weil nur Wahrheit und Gerechtigkeit auf Dauer zum
Frieden und guten Miteinander führen. Wollen Sie,
Herr Stelzer, den vielen Flüchtlingen und Vertriebenen im
Einzugsbereich des „NK“ tatsächlich ihre Sicht der Dinge
zumuten? Jenen Menschen, die mit nichts als ihren Händen
halfen, das zerstörte und daniederliegende Land wieder
aufzubauen und deren Anteil an der Bevölkerung in unserem
Raum noch immer bedeutend ist? Vermutlich auch unter den
Lesern des „NK“? Wie
erklären Sie den damals 10-jährigen Mädchen und den
83-jährigen Greisinnen den Inhalt einer jüngst erschienenen
polnischen Sammlung von Dokumenten zur Vertreibung, wo es
heißt, daß „die deutschen Frauen sich gegenüber der
sowjetischen Soldateska prostituiert, hingegen die
polnischen Mädchen und Frauen vergewaltigt worden seien“?
Muß in
dieser Zeitung eine Sicht der Dinge gegen die Wahrheit
fortgesetzt werden, wie wir sie vor einiger Zeit präsentiert
bekamen, als eine polnische Schreiberin uns weismachen
wollte, daß Gerhart Hauptmann ja eigentlich ein Pole sei, so
wie zuvor schon Kopernikus und demnächst dann wohl auch noch
Eichendorf? Und nach
dem gegenwärtigen polnischen Präsidenten ist ja Frau Merkel
nun eine „Viertel-Polin“! Wenn
Piskorski mehr Sensibilität einfordert, dann bitte auch in
der Frage des „Zentrums gegen Vertreibungen“, von dem er
behauptet, es atme den „Geist der Fünfzigerjahre“, also des
kalten Krieges. Da hat er Glück, daß mit dem großen
SPD-Politiker Prof. Glotz einer der energischsten Verfechter
dieses Projektes verstorben ist. Sein Buch „Die Vertreibung“
wäre als „Buchtipp“ angebrachter gewesen. Und solche Stimmen
gab und gibt es auf Seiten derer, denen man nicht den „Geist
der Fünfzigerjahre“ nachsagen kann, mehrfach. Der ehemalige
Bundeskanzler Schröder hatte wohl erklärt:
“ Vertreibung, das hat die
zivilisierte Völkergemeinschaft inzwischen mehrfach betont,
läßt sich niemals rechtfertigen. Vertreibung, daran kann es
keinen Zweifel geben, ist stets ein Unrecht.“
Diese Worte
des Ex-Kanzlers hat, wie wir mit Bedauern feststellen
müssen, noch nicht jeder in seinem einstigen Umfeld –
besonders bei den Grünen –verinnerlicht, sehe ich von der
eindeutigen Erklärung des einstigen Mitbegründers der
Grünen, Rolf Stolz ab, wo er mit Blick auf Polen u. a. sagt: “ Dann muß
die späte, aber nicht zu späte Einsicht, daß jede
Vertreibung ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und
gegen die Menschheit ist, endgültig dazu führen,
geschichtliche Verantwortung, Trauerarbeit, Wiedergutmachung
und Sühne an die Stelle grimmiger Verstocktheit und
selbstzerstörerischer Lügen treten zu lassen“.
Vielleicht,
Herr Stelzer, denken Sie an dieser Stelle einmal über
Matthias Claudius nach, der seinem Sohn riet:“ Die Wahrheit
richtet sich nicht nach uns, sondern wir müssen uns nach ihr
richten“. Wer immer
neue „Wahrheiten“ für - gleich welche - Vertreibungen sucht
und zu verbreiten strebt, der muß sich ernstlich fragen
lassen, welches dann die richtige sei. Und da Sie,
Herr Stelzer meinen, daß mancher dem Piskorski-Rückblick
seine eigene Sicht entgegensetzen wird, so muß man Ihnen und
Herrn Piskorski sagen, daß wir Vertriebenen, auch wenn wir
an Stettin denken, nicht „noch lange Zeit im Schatten Jaltas
stehen“ werden, sondern uns in dem Bemühen um die
historische Wahrheit ebenso wie in der Wegsuche nach
besserem Neben- und Miteinander (übrigens ohne die
unsägliche „Preußische Treuhand“, der ebenso wie ich die
meisten Vertriebenen ablehnend gegenüberstehen) zu den
wirklichen Wurzeln des Übels durchgraben müssen, die weit
früher zu suchen sind und nicht zum wenigsten mit „Wielki“
und maßlosen Ansprüchen zu tun haben. Die Geschichte
Osteuropas ist beileibe keine „Funktion der Deutschen
Geschichte“, sondern eine Frage der Wahrhaftigkeit auf
beiden Seiten. Und, Herr
Stelzer, Geschichte wird nach vorwärts gelebt, aber nach
rückwärts verstanden.
Mit
freundlichen Grüßen und der Bereitschaft zum Gespräch. Dr.
Wolfgang Köpp.

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Am 2. 12. 06
erschien im Tagesspiegel unter dem Titel „Die Gutmacher“ ein
Artikel über Alt-Rehse und den Park, der, was Wahrheit und
Geschichte angeht, nicht unwidersprochen bleiben kann.
Sehr geehrte
Redaktion.
31.12.06
Auf Umwegen
erreichte mich heute Ihr Artikel über "Die Gutmacher".
Wer wie ich
seit 1990 im Zentrum der Anfeindungen gegen das Dorf, dessen
Bewohner und die lange verschwiegene Geschichte gestanden hat -
und noch heute mit seiner Familie Drohungen bis hin zu
Morddrohungen ausgesetzt ist, weil er es gewagt hatte, diese
teils unselige, teils hoffnungsvolle, immer aber am liebsten
verschwiegene Geschichte ans Licht zu holen - über die Gründe
muß nicht auch noch spekuliert werden - der liest sich Artikel
und Berichte zu diesem Thema sehr gründlich durch. Und er
überlegt sich nicht zum ersten Mal, wo die Schreiber ihr
vermeintliches Wissen, gepaart mit den Versuchen, ihre mitunter
fragwürdige eigene Sicht der Dinge zumeist ohne gründliche
Recherche und vor allem inhaltliche Korrektheit darzustellen,
eigentlich hergeholt haben.
Nun hatte
bekanntlich schon Karl Kraus öffentlich darüber nachgedacht, daß
die Zunge das beste und böseste Glied zugleich sei und was das
für Folgen haben kann. Schade, daß
ausgerechnet eine mir bisher in weiten Teilen als seriös
genannte Zeitung nun auch noch durch Schnellschießer in einen
Jargon noch unterhalb von Spiegel und taz verfällt. Kommt man in
einen Ort, um zu erkunden, sollte man zumindest ihn richtig
schreiben, um Verwechselungen mit dem Musterdorf-Nachbarort zu
vermeiden. Was dann folgt,
atmet weniger den Geist der gründlichen Untersuchung, sondern
allenfalls den einer geflissentlichen Suche. Suche um jeden
Preis. Man will etwas finden. Sensation? Wofür? Da die
Hintergründe unbekannt scheinen, um nicht zu sagen: unbekannt
erscheinen, kommt eine Melange aus blassem Lokalkolorit,
Möchtegern-Schreiberei und gewollt naßforschem Journaille-ismus
heraus. Überall ein bißchen Wahrheit, überall dazwischen ein
bißchen Vermutung, Falschdarstellung; kurz: ein dürftiges
Sammelsurium eines mangelhaft bis schlecht gründelnden Jüngers
der schreibenden Zunft. Übrigens bedauerlicherweise nicht weit
von "Blöd-Zeitung" (a la Hitler vor dem Ortseingangsschild des
"Nazi-Dorf zu verkaufen"), über die Nachhutgefechte der FAZ vor
Jahren bis zu den krampfhaften Versuchen einer Christa-Wolf-
Enkelin, sich auf dem spiegelblanken Parkett der Zeitgeisterei
ungeschickt, verdrehend zu bewegen. Die
dümmlich-arrogante Flapsigkeit eines Möchtegerns, gepaart mit
einer Ignoranz, die aus dem mangelnden Bewußtsein eigenen
Halbwissens daherkommt, ist das traurige Resultat. "Das kleine
Dorf Alt-R(e)ehse hat viel erlitten", soll am Anfang Interesse
erzeugen, während das "angeschlossene Gut brav begehrtes
Rindfleisch lieferte" aus "einer bis heute gruseligen
Puppenhaus-Siedlung". Da kommt bei
mir erneut der Gedanke hoch, daß es wohl doch besser gewesen
wäre, wenn Schukows Plan 1945, alles zu sprengen, wahr gemacht
worden wäre. Ja, warum nicht
auch gleich noch ganz München, diese "Hauptstadt der Bewegung",
die Ministerien in Berlin, in denen die Nazis saßen, zig
"Musterdörfer" in allen deutschen Ländern, auch wenn sie ihre
Geschichte, anders als Alt-Rehse, aber - wie Grass -
verschwiegen hatten? Beispielhaft dafür sind doch die annähernd
50 "Adolf-Hitler-Eichen", die man in Wien vor Jahren fällte.
Übrigens, aber das ist dem Schreiber wohl unbekannt gewesen - so
unbekannt wie der ganze geschichtliche Ablauf nach 1945,
trotzdem er offensichtlich aus meinen Büchern und Artikeln so
ein kleines bißchen abgekupfert zu haben scheint - unbekannt
also, daß trotz NVA die "Rosenberg-Eiche", wenn auch über 400
Jahre alt - überlebte; während das Holzkreuz am Hauff'schen Grab
zersägt worden war. Ach, es scheint angesichts solcher
Schreiberei müßig, die vielen Fehler, Verdrehungen, wie bei der
"Jungen Welt" auch bewußten Entstellungen noch korrigieren zu
wollen. Warum auch? Morgen gibt es neue "News"! Nichts Besseres
da, "Tagesspiegel"? Mein Eindruck: wie wir in der Schule früher
manchmal hören mußten, Thema verfehlt, setzen. Ich meine, besser
nachsitzen und die Arbeit noch einmal, aber ordentlich machen.
Denn Stoff zu diesem Thema gibt es noch wahrlich genug. Aber
dann müßte man ja an die größeren Politiker von Land und Bund
und an das Bundesfinanzministerium und seine mitunter eigenartig
arbeitenden Behörden ran. Und es müßte ein Journalist gefunden
werden, der - wie vor Zeiten eine Marlies Menge, oder Karin
Vesper, oder ein Hans-Joachim Guth mit Sachkenntnis,
Grundlagenwissen und Engagement sich des noch immer heißen
Themas - aber heiß auf einer anderen Herdplatte - annehmen
würde. So fällt mir
nur die alte Müllerweisheit ein:" Allzuviel zerreißt den Sack".
Besonders, wenn er so schwächelnd daherkommt.
Mit
freundlichem Gruß.
Dr. Wolfgang Köpp

FAZ-Redaktion
Zu Händen Herrn Frank Pergande
07.07.07 Sehr geehrter Herr Pergande
Aufmerksam gemacht durch eine Buchbesprechung im “Nordkurier”, habe ich mir heute
Ihr Büchlein gekauft und - Sie werden verstehen, warum - zuerst
die Alt-Rehse-Geschichte sehr aufmerksam gelesen. Anschließend
suchte ich in Ihren Literaturhinweisen nach Quellen, fand jedoch
keine. Sie werden mir gewiß Recht geben, wenn ich feststelle, daß man als
Autor bei solchen Themen gut daran tut, Roß und Reiter zu nennen,
sofern man nicht vom Hörensagen gelebt hat.
Während Sie bei den anderen Geschichten teilweise recht
umfangreiche Quellenangaben machten, fehlt Derartiges
erstaunlicherweise zu dem recht oft und viel beschriebenen, noch
immer brisanten und längst nicht abgeschlossenen Thema.
Warum? Gerade zu Alt-Rehse und seiner Geschichte gibt es nach
1991 umfangreiche Forschungen und in die Hunderte gehende
Zeitungsartikel, Filme, Radiosendungen.
Zugegeben, nicht alle waren korrekt, besonders wenn sie aus den
Alten Bundesländern (“Spiegel”, “Tagesspiegel”, “Die Zeit”,
“Westdeutsche Allgemeine Rundschau” oder Blöd-Zeitung) kamen. Doch
auch aus den zugewonnenen “Neuen”
Ländern las man nicht immer Zutreffendes, wenn ich an die “Junge
Welt”, die “TAZ” oder die “Berliner Zeitung” denke. Da hatte der “Nordkurier” mit seinen
Journalisten deutlich mehr Gespür entwickelt und war “näher dran”. Vielleicht erinnern Sie sich aber auch, daß Dr.
Christoph Studt aus Bonn, unmittelbar mit den Geschehnissen
einer Alt-Rehser Internationalen Konferenz konfrontiert, Sie
anzuregen versucht hatte, nach Alt-Rehse zu fahren, um sich ein
Bild zu machen. Ich - wir - haben damals darauf gewartet. Nun haben Sie - aus welchen Quellen auch immer -
über das Dorf und seine Geschichte kurz berichtet. Sie werden
verstehen, daß ich, als derjenige, der die meisten Recherchen zu
diesem Thema geführt hatte und ein umfangreiches
Forschungsmaterial besitzt, darauf aufmerksam mache, daß eine
ganze Zahl Unrichtigkeiten und Verdrehungen in Ihrer Geschichte
zu finden sind. Das hätte wahrlich nicht nötig getan. Es genügt eben nicht, an einer Parkführung durch
die neuen Eigentümer teilzunehmen, die selbst nur vom Hörensagen
leben, oder kurz mal in unserer Ausstellung gewesen zu sein. Dann können nur Falschaussagen zustandekommen,
die den guten Namen, den Sie sich mit Ihren Reportagen aus
Mitteldeutschland erworben haben, bei Kenntnisreicheren in Frage
stellen. Wäre es nur ein Zeitungsartikel wie der aus der
“Blöd-Zeitung” gewesen, der Hitler vor dem Ortsschild von
Alt-Rehse gezeigt hatte, es wäre mit der nächsten Sensation
vergessen worden. So aber steht es dauerhaft ungenau bis falsch
gedruckt. Das Dorf hat eigentlich angesichts seiner
Bemühungen um die Aufarbeitung seiner Vergangenheit und
angesichts der zurückliegenden teils maßlosen Angriffe bis hin
zu Morddrohungen besseres verdient.
Mit freundlichen Grüßen und der Erklärung zur
Gesprächsbereitschaft
Wolfgang Köpp

Antwort auf Marina
Speemann
Zum Berufsverbot und zu den
Schmierereien gegen Eva Herman
NK v. 10. 9.
07 S. 2
„Ab an den
Herd“
Man kann
über Eva Herman denken wie man will.
Ob sie die
geeignete Wortführerin jener Frauen ist, die gegen A. Schwarzers
selbstherrlichen Emanzipationsschwachsinn, den gegenwärtig
herrschenden Gender-Mainstreaming-Taumel und die zu gern unter
den Tisch gekehrte Bedeutung der Frau als Mutter etwas
Grundsätzliches, nämlich die Rechtschaffenheit setzen wollen,
bleibt fraglich.
Immerhin ist
da im Hintergrund die Frage des Konvertitentums.
Daß sie es -
neben anderen, deren Meinungen zu beachten sind - aber gewagt
hat, in dieser Zeit der allgemeinen „political correctness“ ein
„umstrittenes“ Thema aufzugreifen (ich sehe schon wieder die vor
Empörung flatternde Unterlippe der „betroffenen“ Roth), das war
und ist es wert, sich mit ihr und ihren Thesen
auseinanderzusetzen. Wenn Sara-Ruth Schumann völlig zu Recht
feststellt und damit zugleich - ebenso zu Recht - fordert, „von
einer intelligenten Moderatorin erwarte ich saubere
Formulierungen“, dann trifft das in diesem Fall den Kern.
Daß es aber
schon wieder Berufsverbote gibt, läßt bitter an Ähnlichkeiten
denken.
Doch was als
schwächelndes Nachhutgefecht von einer M. Spreemann
hinterhergeschossen wird, das läßt erneut zweifeln. Zweifeln an
dem immer mal sprachschwächelnden NK, der scheinbar nichts
Besseres zur Verfügung hat, als hin und wieder
PISA-Nachkömmlingen, die auch mal wollen, das Wort zu erteilen.
Und was dann dabei rauskommt, ist auch danach!
„Blondine“ -
da assoziiert man doch gleich den Inhalt von Blondinenwitzen.
Jetzt fällt
Frau Spreemann plötzlich auf, daß Herman „gern mal wirres Zeug
redet“.
Warum jetzt,
Dame? Weil man besser und nun auch genüßlich, aber auch
dümmlich, hinterherschießen kann und sich so in die Phalanx der
Gutmenschelnden einreihen darf?
Und ob
manche - der nicht zuerst von E. Herman „aufpolierten“ -
Ansichten so grundsätzlich falsch sind, fragen sich vermutlich,
wenn auch zu spät, alle jene Powerfrauen, die auf dem Zenit
ihrer Laufbahn plötzlich ein spätes - und wie sich herausstellt,
zu spätes - inwendig hormonell-emotionales Rühren verspüren und
ach zu gern auch noch mal „Mutti“ gespielt hätten.
Was jedoch
die ziemlich beschränkte Ausdrucksweise der Marina Spreemann mit
„strohdoof“ angeht, so erinnert mich das an einen Wortwechsel im
LPG-Kuhstall, wo eine dreimal sitzengebliebene Melkerin der
anderen eben dieses Wort an den Kopf warf.
Und ich
fordere nicht von ihr:“ Ran an den Herd“, denn wer weiß, ob da
was Vernünftiges rauskommt.
Wolfgang Köpp

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Zu den Meldungen in
den Medien, auch im NK von den über 57.000 € Guthaben je
Einwohner:
Weil du arm bist
- - -.
Da konnten, nein
sollten wir gerade lesen, daß, umgerechnet, jeder Deutsche über
57.000 € sein Eigen nennen kann.
Na bitte, das ist doch etwas. „Es geht
aufwärts, sagte der Papagei, da kletterte der Marder mit ihm auf
den Boden.“
Wer da nicht mithalten kann oder -will, der ist doch selber Schuld.
Aber für diesen Fall hat ja die Politische Klasse, wie Herr Thierse sie nennt, einen
neuen umschreibenden Ausdruck. Bloß nicht mehr Armut oder
Sozialschwäche oder gar: „Underdogs“.
Doch „Weil du arm bist“, heißt es mehr denn je im Volksmund, „mußt du
früher sterben.
Ja, angesichts eines sich erschreckend entwickelnden Mehrklassensystems in der
Krankenbetreuung hat diese Aussage neuerdings immer mehr Bedeutung.
Doch ist es das nicht nur allein.
Immer deutlicher kommt hinzu, daß, weil du arm bist, deine Kinder zunehmend weit
geringere Lebenschancen besitzen.
Denn neuerdings verlangt die Schule - und nicht nur in der gehobenen Stufe - für
das Lernen bei deinen Kindern den Internet-Anschluß. Gibt es den
überall zu Hause? Bei den Arbeitslosen, den Sozialempfängern,
bei denen unterhalb der Armutsgrenze?
Dort, wo bis heute das Internet kaum hinkommt?
Die Universität, also die vermeintlich gehobenste Bildungseinrichtung - falls
dein Kind unter diesen Umständen die Hochschulreife geschafft
hat - erwartet ganz wie selbstverständlich, daß Studenten sich
den Stoff, den früher Dozenten und Bücher vermittelten, nun im
Internet suchend erarbeiten.
Doch woher sollen sie das Geld für den Computer - oder das Internet-Cafe - haben?
Sollen sie arbeiten gehen, wo so schon viele Menschen keine oder nur billigste
Arbeit finden?
Und hat dein Kind gar das Pech, auf dem Dorf geboren und aufgewachsen zu sein,
dann mußt du zusehen, wie es zu seiner endlich mühsam erlangten
Lehrstelle gelangt, denn eies nicht
mehr. Sie wurden aus Gttarif
der öffentl, im teuren Wagen
zum Dienst kutschieren; ihre Kinder aber auf Privatschulen
schicken.
„Eine Regierung“, hatte der Große Friedrich einmal mahnend gesagt, „muß sparsam
sein, weil das Geld, das sie erhält, aus dem Blut und Schweiß
ihres Volkes stammt.“
Deine Regierung spart an dir, nicht an sich, und schon kommt einem Mandevilles
„Bienenfabel“ bitter in den Sinn.
Weil du arm bist, mußt du aber trotzdem Steuern zahlen.
Es sind ja jene Abgaben, von denen die Reichen in dieser Dämonkratie entweder
weitgehend befreit sind, oder sich dank immer offenerer Grenzen
und einer unglaublichen, ungeheuer einflußreichen Lobby in
Politik und Gesellschaft und dank der von ihnen gelobten und
bereiteten Globalisierung durch Flucht ins Ausland befreien.
Dazu gehören auch jene Medien, die dir die schöne heile Welt
vorgaukeln und mit dem Geld eng verbandelt sind und solche
Demokratur möglich machen.
Du aber, weil du arm bist, kannst nicht fliehen.
Du bleibst und zahlst - für die Lehrer, die es sich leicht mit dem Unterricht
machen und den Unterricht auf das Internet abwälzen, du zahlst -
wenn du kannst - für die neuen Hochschullehrer, die in dieser
Gesellschaft ihre unausgegorenen Versuche, ausgerechnet aus
Amerika abgeguckt, mit „Master“ und „Bachelor“ durchsetzen,
etwas, wozu wir früher das Fachschulwissen rechneten, du zahlst
für Politiker, die in einer ungeheuer anmaßenden Weise sich
ständig neue Diätenerhöhungen selbst bewilligen, damit sie trotz
ungenügender Arbeit und ohne Verantwortung gegenüber ihren
Wählern auf solche Weise zu den Begünstigten und Begüterten
gehören können.
Für alles das zahlst du, mit deiner Arbeit, oder mit dem ständigen Trauma des
Nichtarbeitendürfens, mit deiner Gesundheit, mit deinem Leben.
Weil du arm bist! Trotz oder wegen deiner 57.000 €!
Wolfgang Köpp
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Leserbrief an
NK 18. März 09
Kaum ist das
Amok-Trauma kosmetisch behandelt, kommt die nächste Sensation
auf den Frühstückstisch der Leser. Ein großer Teil (etwa 5 %)
der Jugendlichen – vermutlich wieder auf dem Gebiet der
einstigen DDR, wenn ich an Pfeiffers Nachttopf-Psychologie denke
– ist rechtsextrem. Und wieder – wie
schon zuvor beim Amoklauf – wird versucht die Erscheinungen zu
hinterfragen, anstatt nach den wirklichen Ursachen zu forschen. Ja, es ist schlimm
und nahezu unerträglich, die sprachstolpernden Haßtiraden neuer
brauner Rattenfänger zu hören. Ob man auf Dauer damit leben kann
und muß, mögen die Gerichte und vorab die Neue Politische Klasse
entscheiden. Wozu wurden sie gewählt. Daß man aber
erneut zuerst in den Elternhäusern nach den Ursachen sucht,
zeigt nur, daß man wiederum nicht gewillt ist, die Summe der
tatsächlichen Ursachen ehrlich und ohne Scheuklappen zu
benennen. Wer hat denn dazu
beigetragen, daß über eine – zunehmende, vermeintliche –
„Ausländerfeindlichkeit“ zu berichten ist? Grüne
Multikulti-Politiker und andere Gutmenschen schicken ihre Kinder
nicht mehr auf Schulen, wo der Migrantenanteil die 50 % schon
weit übersteigt, sondern auf die elitären Privatschulen. Da können die
Kinder der Wenigerverdienenden nicht hin, also müssen sie die
teils schon explosive, zumeist ruppige, kontroverse Situation an
den anderen Schulen erleben und notfalls auch noch erdulden. Schulgeld- und
Lehrmittelfreiheit für Begabte kennen sie nicht mehr. Ein Abitur
über eine Einrichtung wie die frühere Vorstudienanstalt, die „ABF“,
gibt es nicht mehr. In Fußballstadien
hören und sehen sie, wie von den oft mehrheitlich auftretenden
Migranten die deutsche Nationalhymne ausgepfiffen wird. Und ein Professor
der Freien Uni Berlin entblödet sich nicht, seinen Studenten –
und es wird auch noch gedruckt – zu erklären, „Wer ein Faschist
ist, weiß heute jedes Kind. Im Zweifelsfall die eigenen Eltern
und Lehrer, wenn diese faschistische Sekundärtugenden wie Fleiß,
Ordnung und Pünktlichkeit einfordern.“ Und nahe der
Rostocker Uni kann man an einem Gebäude lesen: „ Konservativ ist
schon profaschistisch.“ Na, bitte. Da
wissen die Heranwachsenden gleich, wo der Feind der gängigen
„Politischen Korrektheit“ steht. Denke ich an den
großen SPD-Politiker Kurt Schumacher, der von den „rotlackierten
Faschisten“ sprach und die weitgehende Gemeinsamkeit des
braunroten Giftkrauts meinte, dann frage ich mich, ob er
vielleicht diese eigenartigen „Linksintellektuellen“ der
früheren Bundesrepublik mit ihrer Sympathie für die Terroristen,
für Stalin, Mao und ähnliche gemeint haben könnte. Aber ein
Schumacher würde heute ja von Struck und Genossen aus der SPD
als „Rechter“, ähnlich anderen mit eigener Meinung,
ausgeschlossen werden. Daß nun die
Nachahmer der braunen Rattenfänger Fußvolk auch unter den
Jugendlichen finden, die noch nicht wissen, wo sie hingehören –
wem sollen sie auch folgen in einer Zeit, von der gestern H.-J.
Guth zu Recht schrieb: „ Wie krank muß diese Gesellschaft sein -
.“ Welche
Alternativen bieten wir der heutigen Jugend außer Klamauk,
Obszönität und Gewaltverherrlichung? Wo sind die wirklichen
Leit- und Vorbilder, deren sie bedarf? Das alles – und
manches mehr – sollten wir bedenken, wenn wir über Verirrungen
reden. Doch die sind nicht nur am rechtsextremen Rand der
Gesellschaft zu finden.
Dr. Wolfgang
Köpp
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Zu dem Kommentar „Schluß mit lustig“ von
Frau Spreemann zum Thema des Komasaufens von Schülern; 30.3.09
;"Nordkurier" S. 2.
Bravo, Frau
Spreemann. Das mußte so und nicht anders gesagt werden!
Nein, es ist
keine „Gewohnheit eben“, daß viele Menschen sich immer weniger
über derartige Erscheinungen empören. Doch sie finden weder bei
den mit sich selbst beschäftigten Politikern, noch ausreichend
in den Medien Gehör. Da sagt Gott sei Dank endlich mal ein
Mensch, der imstande ist Viele zu erreichen, was wirklich los
ist. Die
Forderungen nach mehr Aufsicht, Kontrolle bei fast Erwachsenen,
die sogar schon das Wahlrecht haben, ist Augenwischerei, ist der
Versuch ein Pflaster auf die schwärende tiefe Wunde unserer
heutigen Gesellschaft zu kleben, um so Heilung vorzutäuschen.
Die Wahrheit steht in Ihrem Kommentar, unmißverständlich! Es
ist unsere heutige, von der Erziehung von klein auf
vernachlässigte junge Generation dieser Spaßgesellschaft mit
oberfaulen Vorbildern wie koksenden Popstars, schamlosen
kriminellen Managern, wegschauenden Politikern, den lauthals von
bestimmten Kreisen geforderten „antiautoritären“ Elternhäusern –
wo ein Professor der FU Berlin jüngst öffentlich salbaderte:
„Eltern, die Tugenden einfordern, sind Faschisten“. Und keiner
schmeißt ihn aus dem Lehramt wegen Volksverhetzung.
Wenn Jugendliche, an deren Schulportal noch immer zu lesen ist „
Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir“, den
Unterrichtsbeginn ab 9 Uhr „demokratisch“ durchsetzen wollen,
weil sie vermutlich erst lange nach Mitternacht von der Disko
heimwärts getorkelt sind oder zu lange im Internet gesurft
hatten, dann taucht zwangsläufig die Frage auf, ob diese
Gesellschaft mit der Forderung nach „mehr Freiheit wagen“ nicht
ursächlich schuld ist. Schuldig
durch die frühzeitige Duldung der Zügellosigkeit, schuldig durch
die Verketzerung jener Tugenden, die eben keine „faschistischen
Parolen“ sind, schuldig durch das tägliche, öffentliche,
schlechte Beispiel -, auch in etlichen Medien. Der
sogenannte „Amoklauf“ ist nur die Spitze eines gefährlichen
Vulkans, der – noch - nur zeitweise Feuer spuckt. Und so wie
unsinnigerweise der Schrei nach Verbot von Waffen in Privathand
plötzlich scheinheilig – siehe England - helfen soll, so
unsinnig und absurd wäre das Verbot von Alkohol.
„Der
Mensch“, läßt Ehm Welk seinen alten Kantor Kannegießer sagen,
„wird zwischen vier und zwölf“. Da beginnt die Erziehung zu
kulturvollem, interessantem, menschengerechtem Leben durch
Vorleben. Sonst erscheint – wie in diesem Fall – die Frage wie
ein Menetekel an der Wand: „ Wohin gehst du, deutsche Jugend“?
Dr. Wolfgang
Köpp
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An den
Bundespräsidenten Alt-Rehse, d. 5.12.09 der
Bundesrepublik Deutschland Herrn Horst
Köhler Berlin Sehr
geehrter Herr Bundespräsident
“
Erloschen sind die heiteren Sonnen,die meiner Jugend Pfad
erhellt, die
Ideale sind zerronnen, die einst das trunkne Herz geschwellt. Er ist
dahin, der süße Glaube, an Wesen, die mein Traum gebar, Der
rauhen Wirklichkeit zum Raube, was einst so schön und göttlich
war.”
Wenn ich
Ihnen erst heute zu Ihrem für viele Menschen in unserem
Vaterlande unverständlichen Ausspruch anläßlich der jüngsten
Schiller-Ehrung schreibe, dann fügen Sie das bitte dem
Wechselspiel meiner Gefühle zwischen der hohen Achtung vor Ihnen
und Ihrem bisherigen Wirken einerseits und unserem Unverständnis
über eine so von Ihnen nicht erwartete Wortwahl zu. Wie Sie aus
meinem beigefügten Protestschreiben gegen die Anmaßungen eines
Schlingensief anläßlich Ihrer früheren Schiller-Ehrung ersehen
können, hatte ich damals sofort voller Empörung gegenüber
Schlingensief und den Medien reagiert. Nun mußten
wir lesen, daß Sie diesen von zwei in Deutschland
aufeinanderfolgenden Diktaturen beargwöhnten und in dieser Zeit
aus begreiflicher Angst selten gespielten großen Deutschen einen
“Popstar” nannten. Ich kann mir,
angesichts der von Ihnen gewohnten und durchaus bewunderten
Wortwahl in Ihren Reden kaum vorstellen, daß es ein Versehen
war. Müssen aber
Sie, ausgerechnet Sie, auf den so viele Menschen in unserem
Vaterlande mit hoher Erwartung schauen, dessen Reden aufmerksam
verfolgt werden, auf derartige Weise dem lächerlichen Zeitgeist
folgen? Friedrich
Schiller etwa in einer Reihe mit “Madonna”, “Jackson” und
anderen Irrlichtern der “Kultur”-Szene, die so rasch verlöschen
werden wie sie aufgegaukelt sind? Müssen wir
denn – pisagerecht und dem Verfall der Bildung folgend – die
größten Geister der Menschheit der heutigen, erschreckend um
sich greifenden Trivialität überantworten, weil der traurige
Zustand “Masse statt Klasse” und immer billigere Ausbildung
statt besserer Bildung unter großen Teilen der Jugend
allgemeinen Beifall zu finden scheint? Gerade auf
Sie, unseren höchsten, im Entscheidungsfall vom Volk getragenen
Repräsentanten, schauen die Menschen – und nicht nur in
Deutschland, aber hier in besonderem Maße. Enttäuschen
Sie uns nicht! Helfen sie
dem berechtigten Patriotismus, stärken Sie den Wunsch, auch
einmal stolz sein zu dürfen, ein Deutscher zu sein und solche
Vorbilder und Leitbilder wie Schiller wieder ohne Einschränkung
verehren zu dürfen. Er, gerade Er hat uns allen noch soviel zu
sagen! Verzeihen
Sie meine anmaßenden offenen Worte.
Ich grüße
sie hoffend und herzlich und wünsche Ihnen Gesundheit, Freude
und Kraft für unser Deutsches Vaterland.

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Zu den Äußerungen des
Bundespräsidenten Horst Köhler anläßlich der letzten
Schiller-Ehrung 2009:
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Mein Brief v.5. 12. 2009
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der beigefügte
Brief wegen Schlingensiefs abfälliger,
denunzierender Äußerungen zur ersten Würdigung Schillers v.
21. April 2005
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Ein paar Gedanken aus der 1. Rede zur Schiller-Ehrung durch
den Bundespräsidenten:
„Deutschland war einmal stolz darauf, eine Kulturnation zu sein.
Schiller gehört – mit seinem Freund Goethe – zu deren
Begründern.“
„Aber der Begriff ist (-) immer so verstanden worden, daß
Deutschland in besonderer Weise ein Land der Kultur ist, eben
das Land der Dichter und Denker.“
„Ich denke zunächst an das Erbe. Wir sollten es nicht
verschleudern.“
„Bleiben wir bei Schiller: Wie viel ist immer noch zu lernen von
seinen Gedanken zur ästhetischen Erziehung? Wie viel ist immer
noch in die Tat umzusetzen von seinen Gedanken zu so kostbaren
Begriffen wie Anmut und Würde?“ „Es
geht im Leben eben doch um mehr als nur den eigenen Bauchnabel
und die eigene Befindlichkeit.“ „So
ganz ohne Kenntnis der Klassiker sollte man doch nicht sein
Abitur machen.“ „Wo
die K4enntnis der großen Stücke, auch eben Schillers, immer
geringer wird, wo die Menschen, gerade die jungen Leute,
wißbegierig und neugierig sind diese Stücke erst einmal
kennenzulernen, können die Theater ihre Anstrengungen ganz
darauf konzentrieren diese Stücke in ihrer Schönheit und Kraft,
in ihrer Komplexität und ihrem Anspruch zu präsentieren.“ „Es
hat gewiß eine Zeitlang einmal die Notwendigkeit gegeben, die
Klassiker zu entstauben und zu problematisieren. Aber das heute
immer noch fortzusetzen, erscheint mir wie der Ausweis einer
neuen arroganten Spießigkeit. Ein ganzer Tell, ein ganzer Don
Carlos! Das ist doch was! Natürlich stellt uns die hohe Sprache,
auch das Pathos Schillers heute vor Schwierigkeiten. Aber soll
man ihn deswegen auf kleines Maß reduzieren?“
„Nur unsere klassischen Dramen konnten sich Jahrzehnte nicht
dagegen wehren, in Stücke zerlegt und nach Gutdünken wieder
zusammengesetzt zu werden. Ich habe meine Zweifel, ob auf solche
Weise Kultur an die kommenden Generationen produktiv
weitervermittelt werden kann.“
„Diese Fragen sind entscheidend für die Existenz dessen, was man
Kulturnation nennt.“ „In
einer Zeit, in der wir immer mehr von Bildern bestimmt und auch
manipuliert werden, (-), müssen wir aufpassen unsere Sprach- und
Ausdrucksfähigkeit nicht zu verlieren.“
„Selbstbewußtsein zeigt sich auch daran, daß man mit gelassenem,
bescheidenem Stolz das Erbe annimmt, das einem geschenkt worden
ist.“
Soweit Auszüge aus der Schiller-Ehrung des Bundespräsidenten.
Wobei ich sehr empfehlen möchte die ganze Rede zu lesen.
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